Bloggen und Workflows unter iOS

Seit Jahren wechsele ich zwischen verschiedenen Lösungen um meine Gedanken mobil in geschriebenes Wort zu übertragen. Viele Funktionen, die zuhause am Rechner mit wenigen Handgriffen erledigt waren, ließen sich jedoch unter iOS nur umständlich unter Zuhilfenahme einer Handvoll Apps erledigen. Den neuen Möglichkeiten von iOS 8, Apps miteinander kommunizieren zu lassen, sei Dank ist das Leben für Unterwegs-Blogger nun erheblich einfacher geworden.

Textseitig gibt es schon seit Jahren mehr oder weniger gelungene Lösungsansätze: Von der schlichten offiziellen WordPress App bis hin zu mächtigen Markdown-Werkzeugen wie das inzwischen eingestellte Poster und Byword ist alles im Store vertreten.

Komplizierter wurde es, wenn man sich nicht hundertprozentig auf die Vorgaben der Bloggingsoftware verlassen und Bilder oder andere Dateien getrennt hochladen und ins Posting einbinden wollte. Zwar gab es diverse Lösungsansätze (beispielsweise über Dropbox oder GoodReader), so wirklich komfortabel war das jedoch nie.

Die in Apple-Kreisen geschätzte Softwareschmiede Panic machte letztes Jahr mit der iOS Umsetzung ihres Feature-geladenen FTP-Clients Transmit einen wichtigen Schritt in Sachen komfortables Dateimanagement auf Servern. Dieser deckt mit (S)FTP, WebDAV und Amazon S3 die gängigen Dienste ab und ermöglicht auch den Export zu Dropbox und iCloud.

Das fehlende Glied in meinem üblichen Ablauf bei der Erstellung von Blogposts hat sich nun mit dem großartigen Workflow gefunden. Wer Automator auf dem Mac kennt, kann sich in etwa denken was einen hier erwartet: Häufig genutzte Arbeitsabläufe lassen sich hier mit einer intuitiven Benutzeroberfläche im Nu zusammenkli… ääh -touchen. Die Möglichkeiten sind dermaßen beeindruckend, dass man sich fragt warum Apple ein solches Werkzeug nicht direkt mit iOS 8 mitgeliefert hat – Wurde es doch erst durch dessen Features ermöglicht.

Ein kleines Beispiel: Ich verfasse ein Posting und möchte darin einen Screenshot einfügen. Um das Layout nicht zu sprengen, darf ein Bild nicht breiter als 800 Pixel sein. Außerdem soll es nicht in der WordPress Ordnerstruktur landen, sondern an anderer Stelle auf meinem Server, wo es unter einem aussagekräftigen Namen gespeichert wird und sich leicht ein Backup aller Bilder erstellen lässt.

In Arbeitsschritte unterteilt sieht das folgendermaßen aus:

  • Screenshot auswählen
  • Namen vergeben
  • Auf max. 800 Pixel Breite skalieren
  • Per SFTP auf den Server hochladen
  • Links zu den Bildern in die Zwischenablage kopieren
  • Links mit Markdown in das Posting einfügen

Anstatt nun erst ein Bildbearbeitungsprogramm zu starten um die Größe anzupassen, dann den FTP-Client um die Datei hochzuladen und den Namen zu ändern und anschließend den Link von Hand in Markdown umzuschreiben lässt sich das alles in ein Script wie dieses verpacken:

Innerhalb einer Sekunde ist damit alles erledigt. Und das ist nur die Spitze des Eisberges, denn Workflow kann natürlich nicht nur mit Bildern umgehen. Twitterposts, welches Lied gerade abgespielt wird samt Cover? Wegbeschreibung zum Ort des nächsten Termins im Kalender? Herunterladen von YouTube Videos nach VLC? Anzeigen älterer Versionen der aktuellen Website via Archive.org? Alles kein Problem!

Selbst komplexe Aufgaben lassen sich damit deutlich vereinfachen. Mittlerweile stehen über 200 Aktionen aus den Bereichen Kalender, Kontakte, Dokumente, Karten, Musik, Photos, Videos, Scripting, Sharing, Text und Web zur Verfügung, die man zu den irrsten Arbeitsabläufen kombinieren kann.

Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen lassen sich Workflows sowohl auf dem Homescreen ablegen als auch als App Extension nutzen, die entsprechenden Icons lassen sich ebenfalls in Workflow auswählen. Komfort pur 🙂

Wenn ihr irgendwelche immer wiederkehrenden Arbeitsabläufe habt solltet ihr euch Workflow unbedingt mal näher anschauen!

Even a Magical Device needs Mana

Mit viel medialem Getöse hat gestern der Verkaufsstart des iPhone 4 begonnen. Bei all dem Rummel könnte man fast vergessen, dass vor gerade einmal einem Monat ein ähnlicher Wirbel um ein anderes Apple-Gerät gemacht wurde: Das iPad. Ein Review erspare ich mir an dieser Stelle, wer daran interesse hat wird auf unzähligen anderen Seiten und Blogs fündig. Stattdessen möchte ich kurz auf ein paar Apps eingehen, die meines Erachtens nach aus dem einen oder Anderen Grund besonders erwähnenswert sind:

Marvel Comic Reader

Der Marvel Comic Reader ermöglicht es, aus dem riesigen Fundus an Comics seine Lieblinge in digitaler Form zu erwerben und natürlich zu lesen. Dabei ist die Darstellung sehr gelungen: Die Seiten werden nicht einfach nur angezeigt (auch das ist auf Wunsch möglich), sondern vielmehr präsentiert. Es erfolgen Übergänge zwischen den Panels, teilweise werden auch erstmal nur bestimmte Ausschnitte gezeigt, um die Spannung zu wahren was im nächsten Augenblick in einem anderen Teil des Bildes geschieht. In kürzester Zeit habe ich auf diese Weise die Civil War Reihe und Joss Whedons Astonishing X-Men Serie gelesen. Einfach mal testen, die Marvel App ist kostenlos und bietet immer auch Ausgaben zum hinein schnuppern an.

Plants vs. Zombies

Plants vs. Zombies ist eine Tower Defense Variante und hat mich bereits auf dem Mac in seinen Bann gezogen. Die Umsetzung der Schlacht zwischen Gartenpflanzen und modernden Zombies für das iPad ist gelungen, die Steuerung intuitiv und das Spiel hat nichts von seinem schrägen Humor verloren. Vorsicht: Macht süchtig!

Pulse

Pulse ist ein Feedreader mit sehr gelungener Optik und Handhabung. Das Interface ist gewollt einfach gehalten, Artikel kann man auf Wunsch auch Offline lesen oder sie zum späteren Lesen via Instapaper markieren.

Carcassone

Streng genommen ist Carcassone gar keine iPad App (jedenfalls noch nicht, ein Update soll später nachhelfen), trotzdem ist es den Coding Monkeys durch Programmier-Voodoo gelungen, höher aufgelöste Grafiken in der iPhone-Version unterzubringen, die beim Start im Zoom-Modus des iPad angezeigt werden. Damit haben sie etwas beachtliches geschafft: Das iPhone-Spiel sieht fast wie eine iPad App aus. Carcassone ist sehr gut umgesetzt und bietet ein kurzes aber gelungenes Tutorial an, das sogar ich verstanden habe (im Gegensatz zur Xbox Live Arcade Variante…). Dazu scheint das iPad für diese Art von Brettspiel Umsetzung wie geschaffen zu sein. Nun hoffe ich auf ein gutes Risiko, BattleTech und, und, und 🙂

Bereits in ihren anderen Inkarnationen unerlässlich und auch auf dem iPad extrem gelungen sind Things, Dropbox und Canabalt. Auch diverse andere Programme wie Flight Control HD, Galcon Fusion, Warpgate HD, GoodReader, Pages, Air Display und die mitgelieferten Apps verwende ich regelmäßig. Aber irgendwo muss dieser Artikel ja sein Ende finden ;).

Zeugs gebacken kriegen und eine magische Ramschkiste

Um in meinen Umzug so etwas wie System zu bekommen und um nichts zu vergessen, war ich bis vor Kurzem auf der Suche nach einer elektronischen To-Do Liste, die meine Anforderungen erfüllt. Hängengeblieben bin ich letztendlich bei Things, einem Programm das auf dem bekannten Selbstmanagement-Konzept von David Allen basiert: Getting Things Done

Things und Anxiety

Things, das vom deutschen Entwickler Cultured Code stammt, nimmt die von Allen genannten Prinzipien und verpackt sie in ein sehr ansehnliches Gewand. Sowohl die Mac- als auch die iPhone-Version glänzen mit durchdachter Bedienung und aufgeräumter Oberfläche, ohne an Funktionen zu sparen. Dank AppleScript arbeitet es mit einer großen Zahl von Mac-Anwendungen zusammen, was insbesondere durch das systemweite Autofill großartig realisiert wurde. Seien es nun Bilder, Emails, Websites, Gegenstände aus Delicious Library oder Personen aus dem Adressbuch, einfach alles lässt sich als Vorlage für eine Aufgabe verwenden. Dass sich die Tasks auch mit Spotlight durchsuchen lassen, versteht sich von selbst.

[youtube ZESSMeFmohM]

Auch ohne ein großer Planer zu sein hat sich Things schon wenige Tage nach dem Download der 15-Tage Testversion so in meinen Workflow eingeschlichen, dass ich es nicht mehr missen möchte. Im Alltag setze ich zusätzlich Anxiety ein, welches mir die in Things noch offenen Punkte des aktuellen Tages dank iCal Synchronisierung jederzeit übersichtlich auflistet.

Dropbox

Ein weiteres großartiges Tool, auf das ich nicht mehr verzichten möchte, ist das Synchronisations-Programm Dropbox – Eine Art Ablage in der Wolke, auf den man von jedem Rechner aus zugreifen kann und der sich wie ein normaler Ordner ins System einfügt. So lässt sich beispielsweise die iTunes Library mit verschiedenen Rechnern teilen oder mit Hilfe von Truecrypt ein sicherer Datenbunker einrichten. Der Client ist neben dem obligatorischen Windows auch für MacOS und Linux erhältlich, außerdem kann man per iPhone oder über eine Website auf die Daten zugreifen. Neben der einfachen Datenspeicherung lassen sich auch Daten freigeben, auf die dann andere Nutzer zugreifen können. Dank Versionierung (als Nebenprodukt des eingesetzten Delta Encoding) ist die Sicherheit der Daten auch dann gewährleistet, wenn mehrere Benutzer die gleiche Datei bearbeiten. Dieses Video beschreibt ganz gut, wofür man Dropbox einsetzen kann:

[youtube OFb0NaeRmdg]

Random Stuff #3

Musik:
Am 29. Juni war es endlich soweit – In der Philipshalle in der Nähe von Düsseldorf besuchte ich mit einer Freundin das von mir lange herbeigesehnte Konzert der Nine Inch Nails. Aufgrund meiner bereits über die offizielle Bandwebsite gesicherten Tickets war schon der Einlass ein Traum – Freie Platzwahl war hier durchaus wörtlich zu nehmen. Auch das Konzert selbst enttäuschte nicht: Die Band wie auch die Zuschauer waren in Hochform, die Atmosphäre unbeschreiblich. Man konnte förmlich spüren, dass die Band ihren Spaß hatte. Auch die Setlist war phantastisch gewählt, darunter sogar einige sehr selten live gespielte Publikumsfavoriten. Zusammenfassend kann ich das Konzert nur als WHOOOOW!!! beschreiben! Ich wäre am liebsten noch auf das am nächsten Tag folgende Konzert in Berlin gegangen. Schade das es mit dem Ende der Tour vorerst vorbei sein wird mit NIN. Nicht ohne Grund war der Name der Tour „Wave Goodbye“…
In direktem Zusammenhang damit steht eine Gruppe, deren Songs ich derzeit öfter höre: Mew. Diese waren die Vorgruppe beim Konzert und haben mir gut genug gefallen um mir eines ihrer Alben bei iTunes zu kaufen. Mehr dazu folgt demnächst in einem eigenen Posting.

Games:
In den letzten Tagen habe ich inFamous durchgespielt, ein Open-World-Superhelden-Action-Adventure für Sonys PS3. Neben der Musik, die ich bereits hier ausführlich besprochen habe, wusste auch die Story zu gefallen, welche passenderweise in kurzen Comic-artigen Sequenzen erzählt wird. Insbesondere das Ende hat es mir angetan. Nicht ganz so gelungen sind die sich wiederholenden Sidequests und die stellenweise etwas lieblose Grafik. Dennoch ist inFamous ein tolles Spiel, das man sich als PS3-Besitzer auf jeden Fall einmal ansehen sollte.

[youtube kkNTcsfFJqs]

Dazu habe ich ein wenig Punch-Out!! auf der Wii gezockt, ein Remake eines NES-Klassikers. Gesteuert wird ganz im Sinne des Originals per Steuerkreuz und zwei Buttons – Wildes Schattenboxen mit der Wiimote ist zwar optional ebenfalls möglich aber wenig empfehlenswert, da einfach zu träge und unpräzise. Im Gegensatz zu anderen Boxgames wie beispielsweise EA’s Fight Night Serie steht der Spaß im Vordergrund – Realismus sucht man hier vergeblich. Ziel des Spiels ist es, Boxkämpfe mit dem Newcomer Little Mac zu bestreiten und natürlich zu gewinnen. Dabei tritt er gegen allerhand skurriler Gegner an, die jeweils eine bestimmte Schwachstelle haben, die es zu finden und auszunutzen gilt. Nicht selten wirkt das Spiel deswegen eher wie ein Puzzlegame als ein Actiontitel.

Filme:
Im Kino gab es zuletzt Ice Age 3 zu sehen, der mir nach dem etwas schwächeren zweiten Teil wieder sehr gut gefiel. Dazu handelte es sich um eine Vorstellung in 3D: Der Sprung den die Technik hier seit den alten Rot/Grün-Brillen gemacht hat ist ohne Zweifel beachtlich. Ich bin schon sehr auf Pixars UP gespannt, welcher (wie wohl alle kommenden Animationsfilme) ebenfalls in 3D zu sehen sein wird. Heute Abend geht es in Harry Potter and the Half-Blood Prince. Da ich die Bücher nicht gelesen habe bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

Kryptographie:
Nachdem mir Bruce Schneiers erstes Buch, Applied Cryptography, schon hervorragend gefallen hat und ich auch sein Blog regelmäßig lese, war es unumgänglich mir im Anschluss auch sein zweites Buch, Secrets and Lies, zuzulegen. Es ist beeindruckend, wie locker er mit dem Thema umzugehen vermag. Sachliche Artikel und humorvolle Beispiele gehen fließend ineinander über und veranschaulichen die Probleme auf äußerst unterhaltsame Art.
Seit einigen Wochen verschlüssele ich nun mein MacBook Pro mit PGP Whole Disk Encryption und bin erstaunt, wie wenig Ressourcen AES-256 auf einem halbwegs aktuellen Computer bindet. Im normalen Arbeitsalltag ist nichts davon zu merken, und selbst Spiele büßen kaum an Geschwindigkeit ein. Einzig Festplattenintensive Anwendungen wie Final Cut werden wie erwartet spürbar langsamer. Neben der erhöhten Sicherheit gegenüber Filevault (welches nur das Home-Verzeichnis verschlüsselt) arbeitet WDE auch problemlos mit Time Machine zusammen, was es noch reizvoller erscheinen lässt. Wenn ihr viel mit eurem Laptop unterwegs seid und darauf Daten habt, die ihr auf keinen Fall in fremden Händen wissen wollt, dann ist die Investition mit Sicherheit sinnvoll.
Windows Vista User können auch das darin kostenlos enthaltene Bitlocker verwenden, welches ebenfalls mit AES-256 arbeitet, aber ein paar kleinere Nachteile aufweist. Für die meisten Anwender wird es aber sicherlich schon ausreichen. Hierbei kann ich zwar nichts zur Performance schreiben, aber ich denke die wird sich nicht dramatisch von der von PGP WDE unterscheiden. Eine weitere kostenlose Lösung für Windows-User ist das beliebte TrueCrypt, welches kaum Wünsche offen lässt.

iPhone und iPod Touch als Spielkonsole?

Es ist noch nicht lange her, da pries Steve Jobs den iPod Touch folgendermaßen an:

“It’s the best portable device for playing games…”

Nun, vielleicht bleibt es nicht bei “portable” allein. Dass nach einem etwas holprigen Start mittlerweile durchaus einige tolle Spiele unter den über tausend Titeln zu finden sind, dürfte bekannt sein. Nicht so bekannt war bis jetzt allerdings eine undokumentierte Funktion im aktuellen SDK des iPhones, über die Ars Technica gestolpert ist: Über die Verwendung einer bestimmten Klasse ist möglich, jedes beliebige Programm auf einen externen Bildschirm auszuliefern. Das besondere daran? Offiziell war dies bisher nur mit Photos und Videos möglich.

Ein paar Zeilen Code und eine kleine Änderung an der Steuerung genügten bereits, um aus dem iPhone-Game Moto Chaser einen „Konsolentitel“ zu machen, der über die Bewegungssteuerung des iPod gesteuert, aber auf einem Fernseher ausgegeben wird.

[youtube qwQPNSt-CF0]

Dargestellt wird das Spiel in 480p Widescreen, was der Auflösung von Nintendo’s Wii im Progressive Scan Modus entspricht. Einzig das Kabel und die bei Moto Chaser auf 20 fps gesunkene Bildrate stören beim Genuss des Spiels auf dem großen Screen. Dennoch ist es ein interessantes Feature, dass einige neue Möglichkeiten für das Gerät eröffnet. Ein Multiplayer-Quizgame mit dem iPod als Buzzer auf dem Wohnzimmertisch? Warum nicht? Speicher für Fragen bietet das Gerät mehr als genug.

Man kann gespannt sein, ob und wann Apple diese Funktion offiziell freigeben wird.