The most awesome stuff of 2010 is red
Es ist wieder einmal an der Zeit, meine Favoriten des Jahres zu küren. Seht mir meine überschwängliche Euphorie bitte nach:

Super Meat Boy Soundtrack
Mit Abstand das beste Album, dass ich dieses Jahr (wieder und wieder) hören durfte, ist der Soundtrack des famosen Retro-Jump&Runs von Team Meat. Schon bevor ich mich dazu überwinden konnte, Super Meat Boy trotz seines "Das Spiele ich ja nie durch"-Schwierigkeitsgrades zu kaufen, strahlte mich das breite Grinsen das roten Helden in den Playlists meiner Abspielgeräte an. Schuld daran war der Quicklook auf GiantBomb, der mich hellhörig werden ließ und zum sofortigen Kauf animierte.
Die Musik stammt von Danny Baranowsky, dessen treibende Klänge schon meine Flucht über die Häuserdächer in Canabalt begleitet haben. Ohrwurm reiht sich an Ohrwurm, und nicht selten erwische ich mich dabei die Melodien von Betus Blues oder Ballad of the Burning Squirrel zu pfeifen. Einzig die Remixes hätte man sich sparen können.

Red Dead Redemption
GTA im Wilden Westen – Diese Worte genügen eigentlich um Red Dead Redemption zu beschreiben. Das es nebenbei alles richtig macht, was seine Open-World Vorgänger von Rockstar Games bisher vernachlässigt haben, sollte man aber vielleicht nicht unerwähnt lassen. Wie nicht anders gewohnt sind die Produktionswerte auf höchstem Niveau. Die Grafik ist vielerorts atemberaubend schön, die Musik zwar spärlich aber akzentuierend eingesetzt und die Synchronsprecher passen perfekt. Eine konsistente Welt, glaubwürdige Charactere und die erstklassig präsentierte und erzählte Geschichte rund um den kantigen John Marston runden das Gesamtpaket ab. Das clevere Ende tut sein übriges – Red Dead Redemption ist mein Spielehighlight dieses Jahr!
Noch zu erwähnen ist, dass sich hier ohne RDR ein iOS Spiel wiedergefunden hätte, noch vor Heavy Rain, Mass Effect 2 und Assassins Creed Brotherhood. Galaxy on Fire 2 ist wirklich so gut. Schon erstaunlich, was mittlerweile so alles an Spielen im App Store erscheint. Der Ruf einer Plattform ausschließlich für Casualgames war einmal, schaut man sich die aktuellen Veröffentlichungen von Sim City, Lego Harry Potter, Secret of Mana und Co. an. Beeindruckend!

Scott Pilgrim
Scott Pilgrim war für mich ohne Zweifel der Film des Jahres. Die Macher haben es verstanden, die Essenz des Comics auf das Medium Film herüberzuretten, ohne dabei in die üblichen Hollywood-Gefälligkeits-Fallen zu tappen. Alles was den Comic ausgemacht hat, ist auch hier zu finden: Seien es die markanten Charakere, die toll inszenierten Kämpfe oder der punktgenaue Humor. Je mehr man mit der Gamerkultur anfangen kann, desto mehr wird man auch die unzähligen Anspielungen des Films zu schätzen wissen. Großes Kino für eine kleine Zielgruppe, zu der ich mich glücklicherweise zählen kann.
Und was waren Eure Favoriten?
Akustischer Schneesturm

Echoes of War
Blizzard hat im Laufe der vergangenen Jahre nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl an Spielen veröffentlicht. Die bekanntesten Serien des Developers sind zweifelsohne Diablo, Starcraft und Warcraft samt dessen MMO Ableger. Im Rahmen dessen sind auch viele unvergessliche Soundtracks entstanden - Was liegt also näher, als sich mit einem Orchester zusammenzutun und einige der beliebtesten Stücke neu aufzunehmen? Die Wahl fiel auf das in Sydney beheimatete Eminence Orchestra, dass sich schon vor Jahren auf die Umsetzung von Spielesoundtracks spezialisiert hat und einige der schönsten Variationen bekannter Songs beigesteuert hat. Als Beispiel sei hier das Metal Gear Solid Theme genannt:
Aber nun genug der Hintergründe, kommen wir zur CD: Die Tracklist liest sich wie ein Auszug aus Blizzards Portfolio, nahezu alle Fan-Lieblinge sind vertreten und erklingen in neuem orchestralen Glanz. Die Umsetzung ist durchweg gelungen, überrascht jedoch stellenweise bei der Wahl der Instrumente. Insbesondere beim Terran Theme aus Starcraft war für mich der Einsatz der Bläser etwas unerwartet, da das Original eher nach Synthie und Gitarre klingt. Hier bedurfte es ein wenig Eingewöhnung, mittlerweile finde ich es aber sehr passend. Neben den Themen der drei Rassen des SciFi-Epos findet sich auch ein Ausblick auf Starcraft 2 auf der Scheibe wieder. Als besonderes Schmankerl gibt es auch einen Track aus dem gecancelten Starcraft Ghost.
Die Songs aus Diablo 2, Warcraft 3 und WoW hingegen hingegen bieten wenig Grund zur Beanstandung, aber auch wenig Überraschung – Schließlich wurden sie von vornherein für ein Orchester konzipiert und klingen den Versionen aus den Spielen teilweise zum verwechseln ähnlich. Auch Diablo Fans können sich über einen Bonus-Track freuen: Legacy of Terror stammt aus dem kommenden Sequel der Serie.
Zu guter letzt haben zwei Gastkomponisten eigens für die Compilation je einen Song beigesteuert. Last Angel von Ladybird Moai ist ein ruhiges tragisch-mysteröses Stück. Auf der Basis von Piano und Geige entfaltet die Sängerin ihre mächtige Stimme – So weit jedoch, dass einem die Ohren bluten. Dies ist der einzige Track des Albums, den ich öfters mal überspringe...
Der letzte Song des Albums wurde von Diablo inspiriert und stammt von einem alten Bekannten des Orchesters: Children of the Worldstone wurde von Kow Otani geschrieben, der bereits für seinen Soundtrack von Shadow of the Colossus mit den Australiern zusammengearbeitet hat:
Wenn man mit der Musik der Blizzard Spiele etwas anfangen kann, ist der Kauf des Albums nichts, worüber man groß nachdenken sollte. Einfach kaufen und genießen. Ohne den Nostalgie- und Fan-Faktor sollte man allerdings erstmal reinhören.
Das Weihnachtsgeld muss weg 2
Wer hier etwas regelmäßiger vorbeischaut weiß, dass ich eine gewisse Affinität zu teuren Dingen mit gutem Klang habe. Ende letzten Jahres war es schließlich an der Zeit, mir ein paar neue Stereo-Lautsprecher samt passendem Verstärker zuzulegen. Nachdem ich mich ein wenig näher mit der Thematik befasst hatte, ging es zum Probehören. Am Ende der Sessions blieben nur die Produkte von KEF, B&W und Spendor in der engeren Auswahl. Und obwohl ich angesichts meiner Erfahrungen mit dem Zeppelin ein wenig voreingenommen war und zu B&W tendierte, kam es doch anders...
Ursprünglich unbekannterweise als Geheimtip des Vorführers in die Auswahl aufgenommen, machten die Spendor S3/5R nach dem direkten Vergleich mit Hugh Masekelas Song Stimela am Ende das Rennen. Nachdem ich sie nun seit einem Vierteljahr betreibe möchte ich Euch an dieser Stelle über meine Erfahrungen berichten:

So sehen die Schmuckstücke von Spendor aus
Der Gesamteindruck ist auch in meinem eher suboptimalen Hörraum sehr gut. Die natürliche Stimmenwiedergabe, die für mich beim Probehören letztendlich den Ausschlag zugunsten der Spendor gegeben hatte, kommt hervorragend zur Geltung. Ob nun Trent Reznors gequälter Gesang bei Hurt oder Tarja Turunens feurige Höhen bei She is my Sin, man hat fast den Eindruck dabei zu sein. Auch rein akustische Stücke wie Amon Tobins Elektro-Jazz und die verschiedensten Soundtracks machen durchweg einen guten Eindruck.
Als eher schwach ausgeprägt ist der Bass zu bezeichnen, aber das ist von Regalboxen auch nicht anders zu erwarten. Sollte ich irgendwann einmal das Bedürfnis nach Bass-lastiger Musik verspüren, lege ich mir ohnehin einen Subwoofer zu.
Zum Abschluss bleibt mir nur noch, ein wenig Werbung zu machen: Wer in der Nähe von Frankfurt beheimatet ist und Audioequipment sucht, das gern auch mal etwas mehr kosten darf, sollte unbedingt mal bei Raum Ton Kunst vorbeischauen. Der Laden ist großartig, hat eine gute Auswahl und die Mitarbeiter nehmen sich für jeden Kunden Zeit. Überhaupt bekommt man schnell den Eindruck, dass hier noch aus Liebe zur Materie gearbeitet wird. Ich kann den Laden nur jedem Musikgenießer ans Herz legen.
It’s like Mew!

Mew - And The Glass Handed Kites
Das Album mit dem zugegebenermaßen häßlichen Cover startet rockig-aggressiv mit einem Intro namens The Circuitry of the Wolf, einem Akustikstück mit treibendem Rhythmus, welches übergangslos im zweiten Song, Chinaberry Tree mündet. Übergangslos ist wörtlich zu nehmen, denn anders als beispielsweise bei einem Live-Album ist nicht immer klar ersichtlich, wann ein Song endet und der nächste beginnt. Themen überschneiden sich, Rhythmen wechseln fließend und kehren manchmal wieder – Die ganze LP wirkt bisweilen wie ein einziger langer Song.
Doch zurück zu Chinaberry Tree: Hier kommt Jonas Bjerre erstmals mit seiner unverkennbaren Stimme zu Einsatz, gerade lange genug, um einen ersten Eindruck von der eher finsteren Stimmung des Albums zu geben. Kaum aufbauender ist das folgende Why Are You Looking Grave, in dem Bjerre von J Mascis (Dinosaur Jr.) unterstützt wird.
Das gerademal ein-minütige Fox Cub legt mit seinen am Ende unnachgiebig beschleunigenden Drums den Grundstein für das schnellere Apocalypso, eines meiner Lieblingslieder von Mew.
Auch die beiden folgenden Songs, Special und Zookeepers Boy gehören zu meinen Favoriten und passen so hervorragend zueinander, dass selbst viele der Youtube-Videos beide Songs nur zusammen enthalten.
Weiter geht es mit A Dark Design, dessen Name Programm ist - Ausweglosigkeit ist hier das Thema. Es folgt Saviours of Jazz Ballet (Fear Me, December) welches aus zwei Teilen besteht, die einen netten akustischen Kontrast zueinander bilden.
In An Envoy to the Open Fields ist erneut der Gesang von Masics dabei, um einen Kontrapunkt zur hohen Stimme von Jonas Bjerre zu setzen. Small Ambulance ist hingegen wieder ein kurzes stilles Intermezzo, um dem flotteren The Seething Rain Weeps for You (Uda Pruda) den Weg zu bereiten.
Das folgende White Lips Kissed ist ein weiteres traurig-ängstlichen Lied und bildet mit dem einzigen für sich sehenden Song, Louise Louisa, den bittersüßen Abschluss des Albums.
And the Glass Handed Kites ist das vierte Album von den Dänen von Mew. Das dritte Album Frengers habe ich bereits hier versucht Euch näherzubringen. Bald wird wohl auch etwas über das fünfte Album mit dem leicht merkbaren Namen No More Stories / Are Told Today / I'm Sorry / They Washed Away / No More Stories / The World Is Grey / I'm Tired / Let's Wash Away hier zu finden sein. Dort geht es wieder etwas fröhlicher zu
9 – Der Soundtrack
Frisch bei iTunes gesehen und direkt zugeschlagen: Der Soundtrack zu 9 von Danny Elfman und Deborah Lurie. Der am 9. September erscheinende Film basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm von Shane Acker, der bereits 2005 erschien und für einiges Aufsehen sorgte. Shane Acker gehört auch bei der Neuverfilmung zu den kreativen Köpfen hinter dem Projekt, bekommt diesmal allerdings Unterstützung von niemand geringerem als Tim Burton, der bei diesem Film voll in seinem Element ist.

Das Filmplakat von 9
Es verwundert kaum, dass Danny Elfman am Score zum Film beteiligt ist, arbeiten Burton und er doch bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen (beispielsweise bei Corpse Bride, Edward Scissorhands, Nightmare Before Christmas). Neu im Bunde ist diesmal Deborah Lurie, die zwar schon an einigen Soundtracks beteiligt war, aber sich bisher eher im Hintergrund hielt.
Schon beim ersten Reinhören wird klar, dass es sich auch diesmal weitgehend um eine klassische Elfman Komposition handelt. Die düster-märchenhaften Klänge, die zum Markenzeichen seiner Arbeiten für Burton geworden sind, sind natürlich auch auf diesem Album vertreten. Dazu gesellen sich in einigen Tracks Melodien, die man sonst eher in seinen Superhero-Werken wie Spiderman, Hulk oder Tim Burtons Batman vermuten würde. Auch klingen einige Passagen ungewohnt John Williams inspiriert – Möglicherweise zeigt sich hier der Einfluss von Lurie.
Wenn man dem Soundtrack eines vorwerfen kann, dann seine Länge von gerademal 43 Minuten. Da allerdings auch der Film nur knappe 80 Minuten lang ist, ist das verständlich.
Zur Wiedergutmachung wurde das im Trailer so passend eingesetzte Welcome Home von Coheed and Cambria mit auf das Album gepackt. Eine nette Geste, insbesondere da es vorher nicht im iTunes Store erhältlich war. Ich freue mich schon auf den Film!
Kommentarlos
Schräge Töne, hohe Stimmen

Mew - Frengers
Wie bereits angekündigt folgt hier das Posting über Mews Album Frengers: Not Quite Friends But Not Quite Strangers von 2003. Ihre Musik lässt sich am Besten als Indie-Rock einordnen, der durch den Falsettgesang von Frontmann Jonas Bjerre geprägt wird. Erstmals wurde ich Ende Juni auf die Dänen aufmerksam, als sie NIN bei ihrem Konzert als Vorgruppe dienten. Insbesondere das letzte dort gespielte Lied, das 9-minütige Comforting Sounds, hatte es mir angetan und führte letztendlich zum Kauf des Albums.
Frengers ist zwar bereits das dritte Album der Band, enthält aber aufgrund der limitierten Verfügbarkeit der ersten Beiden und eines Labelwechsels primär Neuaufnahmen älterer Songs. Doch das ist zumindest für mich als Mew-Neuling kein Problem, zudem die Zusammenstellung wirklich gut harmoniert. Wirkliche Durchhänger oder Füllmaterial gibt es nicht, jedes der Lieder passt auf seine Weise zum Gesamtkonzept des Albums. Neben dem bereits erwähnten Comforting Sounds haben sich auch 156 und Symmetry Ohrwurm-artig in mein Gehör eingebrannt.
Hört doch einfach mal rein – Vielleicht findet ja auch ihr gefallen an der Musik der Dänen.
Mobiler Klanggenuss
TripleFi 10 Pro ist der Name der In-Ear Kopfhörer, welche ich mir vor nun genau einem Monat zugelegt habe. Der Hersteller, Ultimate Ears, ist dafür bekannt klanglich keine halben Sachen zu machen - Allerdings gilt das gleiche auch für den Preis ihrer Produkte. Das Besondere an den TripleFi sind die drei Membranen, die in jedem der Stöpsel innewohnen. Je eine für Tiefen, Mitten und Höhen, seperat optimiert für den perfekten Klang. Und das hört man auch, entsprechende Musik vorrausgesetzt. Denn ähnlich wie beim Zeppelin sind die Qualitätsunterschiede verschiedener Bitraten von Audiodateien stellenweise sehr deutlich wahrzunehmen. Generell würde ich die TripleFi 10 in eine ähnliche klangliche Kategorie stecken wie die iPod-Lautsprecher von B&W, mit dem Unterschied das den In-Ears natürlich die räumliche Tiefe fehlt. Will man aber den reinen neutralen Studioklang im Ohr haben, gibt es nur wenige Ohrhörer die in der gleichen Liga spielen, wenn man den Reviews glauben schenken mag. Wie bereits erwähnt ist das Vergnügen nicht gerade günstig, und das ist auch der einzige große Nachteil der mir bisher dazu aufgefallen ist. Oh, und sie sind nur in einer einzigen Farbe erhältlich: Blue Metallic.

Nicht die Schönsten, aber mit die Besten
Der Klang, der Tragekomfort, die Verarbeitung, das Zubehör - Alles ist auf sehr hohem Niveau. Wenn ihr gerade etwas Geld übrig habt und wirklich erstklassigen Sound unterwegs wollt, kann ich Euch die Stöpsel guten Gewissens ans Herz legen. Aber vergesst nicht, Eure Musiksammlung vorher auch auf eine entsprechende Qualität zu bringen.
Random Stuff #3
Musik:
Am 29. Juni war es endlich soweit – In der Philipshalle in der Nähe von Düsseldorf besuchte ich mit einer Freundin das von mir lange herbeigesehnte Konzert der Nine Inch Nails. Aufgrund meiner bereits über die offizielle Bandwebsite gesicherten Tickets war schon der Einlass ein Traum – Freie Platzwahl war hier durchaus wörtlich zu nehmen. Auch das Konzert selbst enttäuschte nicht: Die Band wie auch die Zuschauer waren in Hochform, die Atmosphäre unbeschreiblich. Man konnte förmlich spüren, dass die Band ihren Spaß hatte. Auch die Setlist war phantastisch gewählt, darunter sogar einige sehr selten live gespielte Publikumsfavoriten. Zusammenfassend kann ich das Konzert nur als WHOOOOW!!! beschreiben! Ich wäre am liebsten noch auf das am nächsten Tag folgende Konzert in Berlin gegangen. Schade das es mit dem Ende der Tour vorerst vorbei sein wird mit NIN. Nicht ohne Grund war der Name der Tour „Wave Goodbye“…
In direktem Zusammenhang damit steht eine Gruppe, deren Songs ich derzeit öfter höre: Mew. Diese waren die Vorgruppe beim Konzert und haben mir gut genug gefallen um mir eines ihrer Alben bei iTunes zu kaufen. Mehr dazu folgt demnächst in einem eigenen Posting.
Games:
In den letzten Tagen habe ich inFamous durchgespielt, ein Open-World-Superhelden-Action-Adventure für Sonys PS3. Neben der Musik, die ich bereits hier ausführlich besprochen habe, wusste auch die Story zu gefallen, welche passenderweise in kurzen Comic-artigen Sequenzen erzählt wird. Insbesondere das Ende hat es mir angetan. Nicht ganz so gelungen sind die sich wiederholenden Sidequests und die stellenweise etwas lieblose Grafik. Dennoch ist inFamous ein tolles Spiel, das man sich als PS3-Besitzer auf jeden Fall einmal ansehen sollte.
Dazu habe ich ein wenig Punch-Out!! auf der Wii gezockt, ein Remake eines NES-Klassikers. Gesteuert wird ganz im Sinne des Originals per Steuerkreuz und zwei Buttons – Wildes Schattenboxen mit der Wiimote ist zwar optional ebenfalls möglich aber wenig empfehlenswert, da einfach zu träge und unpräzise. Im Gegensatz zu anderen Boxgames wie beispielsweise EA's Fight Night Serie steht der Spaß im Vordergrund – Realismus sucht man hier vergeblich. Ziel des Spiels ist es, Boxkämpfe mit dem Newcomer Little Mac zu bestreiten und natürlich zu gewinnen. Dabei tritt er gegen allerhand skurriler Gegner an, die jeweils eine bestimmte Schwachstelle haben, die es zu finden und auszunutzen gilt. Nicht selten wirkt das Spiel deswegen eher wie ein Puzzlegame als ein Actiontitel.
Filme:
Im Kino gab es zuletzt Ice Age 3 zu sehen, der mir nach dem etwas schwächeren zweiten Teil wieder sehr gut gefiel. Dazu handelte es sich um eine Vorstellung in 3D: Der Sprung den die Technik hier seit den alten Rot/Grün-Brillen gemacht hat ist ohne Zweifel beachtlich. Ich bin schon sehr auf Pixars UP gespannt, welcher (wie wohl alle kommenden Animationsfilme) ebenfalls in 3D zu sehen sein wird. Heute Abend geht es in Harry Potter and the Half-Blood Prince. Da ich die Bücher nicht gelesen habe bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.
Kryptographie:
Nachdem mir Bruce Schneiers erstes Buch, Applied Cryptography, schon hervorragend gefallen hat und ich auch sein Blog regelmäßig lese, war es unumgänglich mir im Anschluss auch sein zweites Buch, Secrets and Lies, zuzulegen. Es ist beeindruckend, wie locker er mit dem Thema umzugehen vermag. Sachliche Artikel und humorvolle Beispiele gehen fließend ineinander über und veranschaulichen die Probleme auf äußerst unterhaltsame Art.
Seit einigen Wochen verschlüssele ich nun mein MacBook Pro mit PGP Whole Disk Encryption und bin erstaunt, wie wenig Ressourcen AES-256 auf einem halbwegs aktuellen Computer bindet. Im normalen Arbeitsalltag ist nichts davon zu merken, und selbst Spiele büßen kaum an Geschwindigkeit ein. Einzig Festplattenintensive Anwendungen wie Final Cut werden wie erwartet spürbar langsamer. Neben der erhöhten Sicherheit gegenüber Filevault (welches nur das Home-Verzeichnis verschlüsselt) arbeitet WDE auch problemlos mit Time Machine zusammen, was es noch reizvoller erscheinen lässt. Wenn ihr viel mit eurem Laptop unterwegs seid und darauf Daten habt, die ihr auf keinen Fall in fremden Händen wissen wollt, dann ist die Investition mit Sicherheit sinnvoll.
Windows Vista User können auch das darin kostenlos enthaltene Bitlocker verwenden, welches ebenfalls mit AES-256 arbeitet, aber ein paar kleinere Nachteile aufweist. Für die meisten Anwender wird es aber sicherlich schon ausreichen. Hierbei kann ich zwar nichts zur Performance schreiben, aber ich denke die wird sich nicht dramatisch von der von PGP WDE unterscheiden. Eine weitere kostenlose Lösung für Windows-User ist das beliebte TrueCrypt, welches kaum Wünsche offen lässt.
Berühmt oder berüchtigt?
Einer meiner Lieblingsmusiker ist seit ein paar Jahren Amon Tobin, der mich immer wieder mit seinen jazzigen Elektro-Klängen zu begeistern vermag. Aufmerksam wurde ich auf seine Werke, nachdem er den Soundtrack zum Videospiel Splinter Cell - Chaos Theory schuf, der noch immer zu meinen Lieblingsalben gehört. Es begann damit, das ich nach dem spielen der Multiplayer-Beta dieses Spiels dessen Soundtrack bei iTunes kaufte - Und schon wenig später sämtliche anderen Alben, die er bisher veröffentlicht hatte. Die Lieder gehen einfach unter die Haut und vermitteln Stimmungen und Atmosphäre, ähnlich wie ein anderes von mir liebgewonnenes Musikgenre – Soundtracks. Im Gegensatz zu diesem sind die Lieder aber meist anspruchsvoller. Man sollte sich schon ein wenig Zeit nehmen und die Musik in Ruhe genießen – Dies ist kein Pop den man nebenher dudeln lassen kann. Gerade am Anfang erfordern seine Songs die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers, um ihre Wirkung zu entfalten. Auch die Wahl der Instrumentierung ist sicherlich nicht jedermanns Sache: Bei seinem letzten Album, Foley Room, bildeten beispielsweise unter Anderem startende Motoren, tropfende Wasserhähne oder brüllende Löwen neben den Streichern des Kronos Quartet den Klangteppich. Doch lässt man sich darauf ein, werden schon nach kurzer Zeit die einzelnen Geräusche irrelevant und man beginnt das Werk in seiner Gesamtheit wahrzunehmen.
Jetzt, vier Jahre nach Chaos Theory, hat Amon Tobin (in Zusammenarbeit mit dem Filmkomponisten James Dooley) endlich erneut einen Videospiel Soundtrack geschaffen:

Amon Tobin & James Dooley - inFamous
Bei inFamous handelt es sich kurz gesagt um Sonys Antwort auf Crackdown, welches auf der Xbox360 zu deren Anfangszeit für Furore sorgte. Ironischerweise gehörten auch hier einige ältere Songs von Amon Tobin zum lizensierten Soundtrack. Doch zurück zu inFamous:
Bereits beim ersten durchhören des Soundtracks fällt auf, dass sich die Songs grob in zwei Kategorien aufteilen lassen: Jene an denen Tobin mitgewirkt hat - Und klassische Soundtrack-Stücke. Letztere sind zwar durchweg gelungen, etwas besonderes wird das Album aber erst durch die Tracks des Elektro-Künstlers bzw. den Kollaborationen der Beiden, weswegen ich mich im folgenden auch darauf beschränke:
Das Album beginnt flott mit Rabble Rouser, einem Stück von Amon Tobin das primär durch seinen treibenden Beat besticht, bei dem man sich direkt an die alten Chaos Theory-Zeiten erinnert fühlt. Kein schlechter Einstieg
. Weiter geht es mit Stampton Bridge, welches eher mit mysteriösen Klängen daherkommt und gepaart mit seinen ambient Sounds erfolgreich Spannung aufzubauen vermag. Beim dritten Song, Meet the Reapers, sind erstmals die Früchte der Zusammenarbeit zwischen dem Elektrojazzer und dem Komponisten zu hören. Klassische Soundtrack-Abschnitte verschmelzen mit Tobins Effektspielereien zu einem meiner Lieblingsstücke dieses Albums. Auch Alden Strikes ist ein Track von Beiden, wobei diesmal die Arbeit von letzterem deutlich dominanter wirkt. Auch hier lassen sich einige Parallelen zu Chaos Theory heraushören, gerade die Bläser wirken ungemein vertraut. Die Zusammenarbeit funktioniert erneut: Auch dieses Lied ist Klasse! The Courier ist, wie die folgenden drei Songs, wieder allein Tobins Werk. Nach Stampton Bride ist dies sein zweites eher ruhiges, atmosphärisches Stück auf diesem Album. Für mich etwas zu ruhig, aber durchaus passend zu den Hinterherschleich-Missionen des Spiels, in denen es eingesetzt wird. Der Name verrät es schon, mit Hunt for the Ray Sphere geht es langsam aufs Finale zu. Dementsprechend entfaltet sich auch das Lied und ruhige Passagen wechseln sich mit spannungsaufbauenden Stellen ab, jedoch ohne zu einem Höhepunkt zu gelangen. Es folgt Anything for Trish – Ein weiterer sehr gelungener Song, dominiert von Gitarrensounds und einem großartigem Drumpart. Ebenfalls primär durch seinem Drum-Part definiert sich das mysteriöse Stranded, welches aufgrund seiner Instrumentenauswahl auch prima in eine Lost-Folge passen würde. Zuletzt zeigt Genesis erneut, dass sich Elektronic-Jazz und Soundtracks wunderbar in Einklang bringen lassen: Dies ist das Ende, und das hört man auch – dafür sorgen sowohl die klassischen Melodien von James Dooley als auch die Klänge Amon Tobins, welche erneut in perfekter Symbiose für die richtige Stimmung sorgen, sich stets dem Höhepunkt nährend bis zum spektakulären Finale:
Ich möchte erneut darauf hinweisen, dass die anderen Songs von Dooley alles andere als schlecht sind, ganz im Gegenteil gefallen mir einige davon sehr gut. Doch wie eingangs erwähnt war Amon Tobin für mich der Kaufgrund des Albums, selbst ohne das Spiel zu kennen (welches ich mir nun ebenfalls zugelegt habe). Und er hat wirklich gute Arbeit geleistet. Als Fan von Chaos Theory gefiel mir natürlich die Ähnlichkeit zu diesem Album besonders, auch wenn inFamous weit weniger anspruchsvoll daherkommt als von Tobin gewohnt.