…und wieder zurück

Die Nacht von Samstag auf Sonntag war von extremem Wind und klappernden Fensterläden geprägt – So richtig zu schlafen vermochten wir nicht. Trotzdem machten wir uns zum großen Markt von Teror auf, der in unseren Reiseführern als Besonderheit angepriesen wurde. Der Andrang war groß, sowohl Einheimische als auch Touristen waren in Scharen vertreten – Ein Parkplatz war nur in einiger Entfernung noch zu bekommen. Der Markt selbst fand rund um die große Basilika statt und beschränkte sich neben dem üblichen Kitsch primär auf Süßgebäck, Kleidung und Handwerkskunst.

1
Von diesen Gesellen begegneten uns einige auf der Insel

Am Montag starten nach dem Frühstück mit einer Pflicht, die wir schon fast vergessen hatten: Dem schreiben von Postkarten. Im Anschluss fuhren wir Richtung Süden, um uns den Palmitos Park anzusehen. Hier begeisterten neben den unzähligen Papageien-, Kakteen- und Palmenarten besonders die knuffigen Erdmännchen. Das nahegelegene Restaurant war nicht nur stilistisch sehr gelungen, auch das Essen war hervorragend. Abgerundet wurde dieser rundum gelungene Tag mit einem nächtlichen Spaziergang am Strand, den wir diesmal weitgehend für uns alleine hatten. Der Vollmond kam uns hierbei sehr gelegen :).

2
Hey!

Am Dienstag machte sich erstmals Aufbruchsstimmung breit und wir hielten es für das beste, nur noch das nötigste zu erledigen und in Tejeda unsere Gebäckvorräte aufzustocken. Anschließend übten wir uns den Rest des Tages erneut im Siesta-halten, um am folgenden Tag beruhigt unsere Heimreise anzutreten.

3
Ein letzter Blick aus unserem Hotelzimmer-Balkon

Noch etwas mehr aus Gran Canaria

Ein Ausflug in die Hafenstadt Puerto de Mogán stand am Donnerstag auf dem Programm. Das einstige Fischerdorf ist mittlerweile allerdings zu einer touristenüberlaufenen Hotelstadt verkommen. Nichts desto trotz habe ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar frische Garnelen zu mir zu nehmen. Außerdem haben wir uns den Meeresgrund in 20 Metern Tiefe unter zuhilfenahme eines U-Bootes angeschaut. Leider hatten wir etwas Pech und bekamen in der Dreiviertelstunde nur wenige Fische zu sehen. Das alte Schiffswrack dort unten war allerdings von der dortigen Tierwelt gut aufgenommen worden und reich bevölkert.

Fischies vor einem Schiffswrack
Fischies vor einem Schiffswrack

Am Freitag gings zum ehemaligen Wahrzeichen Gran Canarias, dem Finger Gottes oder auch El Dedo de Dios. Dummerweise brach dieser bereits 2005 bei einem Unwetter ab und stürzte ins Meer. Unser Weg führte uns über die bisher abenteuerlichsten „Straßen“ quer durchs Landesinnere zur Westküste und anschließend über einige Serpentinen zwischen Meer und Gebirge entlang, bis wir schlussendlich Puerto de las Nieves erreichten.

Auf dem Weg zum Dedo de Dios gesichtet: Teneriffa
Auf dem Weg zum Dedo de Dios gesichtet: Teneriffa

Die Überreste des El Dedo de Dios waren leider wenig spektakulär und wir beschlossen uns auf die Suche nach einem in der Nähe befindlichen Reptilienpark zu machen. Doch die Beschreibung im Reiseführer war sehr vage, und eine Beschilderung nicht vorhanden. Nachdem wir bei unser Suche bis auf eine Müllkippe vorgedrungen waren beschlossen wir, uns auf den Heimweg zu begeben. Wir entschieden uns für den längeren Weg über die Schnellstraßen, der uns die gesamte obere Inselhälfte entlang führte, aber einige böse Straßen im Landesinneren ersparte.

Wie man hier erkennt, sind wir gut rumgekommen
Wie man hier erkennt, sind wir gut rumgekommen

Wenn es einen Tag unserer Zeit hier gibt, den wir lieber vergessen möchten, dann der vergangene Samstag. Nach dem Frühstück bemerkten wir, dass an unserem Mietwagen Fahrertür und Kofferraum aufgebrochen und das Radio gestohlen wurde. Dazu wurde eine Scheibe eingeschlagen, vermutlich aus Frust. Denn weder hatten wir Dinge im Auto liegen, noch funktionierte das Radio. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, einen Ersatzwagen bei unserer Mietwagenfirma zu beschaffen und eine Anzeige bei der Polizei aufzugeben…

Noch mehr aus Gran Canaria

Am folgenden Tag fuhren wir zum Pico de las Nieves, dem höchsten Gipfel der Insel, und genossen die großartige Aussicht. Sogar das Dorf mit unserem Hotel war in der Ferne zu erkennen.

1
Na, könnt ihr unser Hotel sehen? 😉

Schon die Fahrt zu unserem nächsten Ziel, dem Roque Bentayga, war ein Abenteuer für sich. Doch die wirkliche Arbeit war das eigentliche Besteigen des Berges. Stellenweise trennten uns nur wenige Zentimeter vom Abgrund, doch schließlich erreichten wir den höchsten Punkt, den wir mit unserem Selbsterhaltungstrieb vereinbaren konnten. Auch hier hatte man einen tollen Ausblick auf die umgebenden Schluchten und Dörfer.

2
Ein Blick ins Tal vom Roque Bentayga

Nun war es Zeit für eine Pause, die wir im nahegelegenen Tejeda verbrachten. Hier machten wir es uns unter dem Schatten eines großen Baumes gemütlich und begannen mit der Planung der kommenden Tage auf Gran Canaria, bevor wir uns wieder auf den Rückweg ins Hotel machten.

Am Montag war es wieder Zeit, sich unter die restlichen Touristen zu mischen: Las Palmas war diesmal unser Ziel. Die vielen Einkaufspassagen waren gut gefüllt, und nach einem Besuch des hiesigen großen Einkaufszentrums wandten wir uns dem interessanteren Teil der Hauptstadt zu: Der Altstadt mit ihren vielen geschichtsträchtigen Gebäuden. Das Kolumbushaus, ein Museum, lieferte allerhand Informationen rund um den Entdecker Amerikas.

3n
Achtung: Das sind keine Kanarienvögel!

Nach dem Besuch in Las Palmas legten wir am Dienstag einen Siesta-Tag ein, um uns ein wenig von den Klettertouren und der hektischen Stadt zu erholen.

Erstmals in den Norden der Insel ging es am Mittwoch, wo wir gleich mehrere Ziele auf unserem Plan markiert hatten. Etwas überraschend war, wie grün es auf dieser Seite der Insel doch war. Wir hatten in der Vorbereitungsphase schon viele Bilder gesehen, aber das es SO grün ist, hatten wir nicht erwartet. Nach einem kurzen Abstecher in das für seine Plätzchen bekannte Städtchen Moya fuhren wir zum Cenobio de Valerón, einer Sammlung von über 300 Höhlen der Altkanarier. Das klingt spannender als es letztendlich war, denn betreten durfte man die Anlage nicht.

4
Die Höhlen vom Cenobio de Valerón

Mehr von den Altkanariern und ihrem von den Spaniern herbeigeführten Schicksal erfuhren wir in der Cueva Pintada, das zugleich archäologische Ausgrabungsstätte und Museum ist. Leider war dort das Fotografieren verboten, doch einen Besuch ist es auf jeden Fall wert – Sofern man gerade zufällig auf der Insel ist. Im Dunkeln ging es dann wieder die Serpentinen hinauf Richtung San Bartolomé. Zu Abend aßen wir in El Refugio, einem Hotel/Restaurant am Cruz de Tejeda, wo wir ein stilechtes Candlelight-Dinner bekamen – Schmalzige Musik inklusive.

Mehr aus Gran Canaria

Am Freitag brachen wir nach dem Frühstück zu einem der interessantesten Orte der Insel auf: Den Dünen von Maspalomas. Diese gewaltigen Sandmassen befinden sich zwischen dem Strand und den ersten Gebirgsausläufern und geben so ein tolles Panorama ab.

Vorn die Dünen, Hinten die ersten Gebirgsausläufer
Vorn die Dünen, Hinten die ersten Gebirgsausläufer

Nach einem Spaziergang durch die Dünen und entlang des Playa del Inglés wurde es jedoch meinem Kopf etwas zu viel der Hitze und wir kehrten um. Der Touristen-überladene Strand war ohnehin nicht unser Fall:

Der überlaufene Playa del Inlés
Der überlaufene Playa del Inlés

Anschließend ging es in ein großes, aber menschenleeres Shoppingcenter in der Nähe, um Aspirin zu kaufen. Dummerweise sind die hiesigen Ladenöffnungszeiten nicht ganz so einfach zu durchschauen, und so gingen wir mit leeren Händen. Es wurde langsam Zeit ins Hotel zurückzukehren, und wir beschlossen spontan einen anderen Weg zurück zu nehmen, in der Hoffnung vielleicht etwas flotter anzukommen. Der Karte nach war der Weg auch ein gutes Stück kürzer, doch die noch anspruchsvollere Strecke machte diesen Vorteil wieder zunichte. Trotzdem wurden wir entlang der Serpentinen erneut mit einem tollen Ausblick belohnt.

Eine der vielen einsamen Bergstraßen
Eine der vielen einsamen Bergstraßen

Wieder zurück und frisch geduscht war kurz darauf die Hektik im Hotel plötzlich groß – In der ganzen Stadt war der Strom ausgefallen. Erstmals schienen die Straßen von San Bartolomé zum Leben zu erwachen, das vormals so ruhige verträumte Städtchen blühte an diesem stromlosen Abend auf. Nach etwa einer Stunde war der Saft wieder da, und wir beschlossen in einem kleinen örtlichen Restaurant zu Abend zu Essen. Hier ist besonders der leckere Nachtisch hervorzuheben, eine Art Kokos-Grießpudding mit Karamelsoße – Flan de Casero genannt.

Der Samstag begann mit einem Schock: Da wurde uns beiden doch tatsächlich Kaffee zum Frühstück serviert. Wer uns kennt weiß, welche Todsünde man damit begangen hat. Allerdings wird das nun nie wieder vorkommen ;).

Zwischen den Bergen liegt San Bartolomé
Zwischen den Bergen liegt San Bartolomé

Wir starteten den Tag mit einer Wanderung nach Santa Lucía, den nächstgrößeren Nachbarort. Doch nach etwa zwei Stunden bergab waren wir gezwungen in einem Vorort umzukehren – Der weitere Weg führte uns schnurstracks eine vielbefahrene Straße entlang. Auf dem Rückweg den Berg hinauf begegnete uns eine niedliche Katzenfamilie und leistete uns beim Rasten etwas Gesellschaft.

Nach eine kurzen Siesta ging es erneut Richtung Santa Lucía – Diesmal mit dem Auto. Das Museum, welches wir dort eigentlich besichtigen wollten, hatte leider geschlossen. Nur das in unseren Reiseführern hochgelobte dazugehörige Restaurant war geöffnet. Wir entschieden uns dort für ein paar kanarische Würstchen mit Gemüse und selbstgemachten Pommes, sehnten uns aber bald nach dem leckeren Abendessen des Vortages. Dazu gesellte sich eine Bedienung, die sich nur mit „creepy“ beschreiben lässt und uns bei jedem Bissen beobachtete.

Palmen bei Santa Lucía
Palmen bei Santa Lucía

Wieder zurück in San Bartolomé stand ein spannender Einkauf in der örtlichen Bäckerei an, und schon nach gefühlten 20 Minuten hatten wir endlich unsere Brötchen und Wurst für den folgenden Tag bekommen :).

Und los gehts…

In Tradition meines Brasilien-Blogs folgt nun in hoffentlich einigermaßen regelmäßigen Abständen mein Gran Canaria-Blog. Hier nun der erste Eintrag:

Unsere Hinreise über den Kölner Flughafen verlief ohne weitere Zwischenfälle, und so konnten wir am Las Palmas Airport wie geplant unseren Mietwagen, einen VW Fox, in Empfang nehmen. Die erste Etappe auf dem Weg zum Hotel über die Autobahn GC-1 ließ bei einem Blick aus dem Fenster schon erahnen, auf welcherlei Gelände wir bei unserer Fahrt ins Landesinnere treffen würden: Serpentinen, so weit das Auge reicht. Und so war es dann auch, stets am Rande des Hangs ging es im Dunkeln den Berg hinauf nach San Bartalomé, wo sich unser Hotel befindet. Entgegen den Anweisungen von Alltours verzichteten wir allerdings auf das Hupen an jeder unübersichtlichen Kurve – Sonst wären wir aus dem Hupen gar nicht mehr herausgekommen. Stattdessen setzten wir auf Vorsicht und den gesunden Menschenverstand.

3
Freude am Fahren..?

Schließlich kamen wir wohlbehalten in unserer Unterkunft an, wo wir unerwartet zügig direkt in unser Zimmer geführt wurden und erschöpft ins Bett fielen. Heute früh gab es um neun Frühstück, anschließend machten wir uns daran die nähere Umgebung des Hotels zu erkunden. Nachdem wir genug steile Pfade erklommen hatten, fuhren wir zu unserem ersten Sight-Seeing Ziel: Dem Roque Nublo, das Wahrzeichen Gran Canarias.

5
Der Nebelfels aka Roque Nublo

Erneut waren Serpentinen mit die einzige Möglichkeit, dorthin zu gelangen. Doch was schon im Dunkeln beeindruckte, ließ einem bei Tageslicht nicht selten den Mund offen stehen. Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Nahezu ausgetrocknete Gebiete wechseln mit grünen Wäldern, die mal Kakteen und Palmen, mal (weiter oben) Nadelbäume beinhalten.

1
Mitten im Nirgendwo

Bevor wir den Felsen ansteuerten, machten wir noch einen Zwischenstopp in Tejeda, einer kleinen Stadt im Zentrum der Insel, die für ihre erstklassigen Marzipan und Mandelgebäcke bekannt ist (Von letztem haben wir uns persönlich überzeugen können). Hier nahmen wir spanisches Omelett (mit Kartoffeln) zu uns und fuhren anschließend weiter den Berg hinauf, bis wir den Parkplatz am Roque Nuble erreichten. Das „am“ ist allerdings übertrieben, denn bis man letztendlich wirklich davorsteht, hat man gut zwei Stunden damit verbracht, steile Pfade empor zu steigen. Doch für diese Aussicht hat es sich gelohnt:

2
Sieht aus wie die Landschaft einer Modelleisenbahn, nicht?
4
El Fraile - Der Mönch