Thorwan’s blog oder was sonst so passiert…

Die Nummer Zwei 2011

Posted on December 26, 2012

Saints Row: The Third

Damals konnte mir der vielgerühmten Sandbox-Vorzeigetitel GTA4 nur ein "ok, aber nicht weltbewegend" abringen. Und bis 2011 blieb Crackdown von 2007 das einzige Spiel dieser Art, dass mich wirklich begeistern konnte. Das Spielkonzept von GTA wurde von diversen Studios kopiert, doch der Erfolg blieb den meisten Klonen verwehrt. Dies traf auch auf die Saints Row Serie zu: Der erste Teil eine waschechte Kopie von GTA, der zweite Teil ein erster durchwachsener Versuch auf eigenen Beinen zu stehen und mit eigenen Ideen wie einem ausgefeilten Coop-Modus zu glänzen.

Doch erst mit Saints Row: The Third gelang Volition letztes Jahr der Sprung vom Durchschnittsentwickler zur AAA-Schmiede: Indem man alles was GTA spielerisch ausmachte über Bord warf und von vorn begann, bekam Saints Row mit dem dritten Teil endlich eine eigene Identität und das Feature #1 war fortan schlicht "Spaß". Alles was diesem hinderlich schien wurde über Bord geworfen: Realistische Waffen wichen Riesendildos und zombiefizierenden Granaten, realistische Physik macht Platz für Riesenexplosionen und getroffene Gegner werden meterweit zurückgeworfen. Knallharte Gangster werden zu überzeichneten Comic-artigen Charakteren mit Wrestling-Maske, Fursuit oder 60er-Jahre SciFi-Kleidung. Burt Reynolds als Bürgermeister fällt da kaum noch auf. Einfach alles ist in diesem Spiel so abgedreht, die Synchronsprecher so perfekt mit ihren Pointen, dass man aus dem Lachen gar nicht mehr herauskommt. Anfangs befürchtete ich der Humor könnte zu profan und Holzhammer-artig ausfallen, doch diese Befürchtung war schon nach den ersten 30 Minuten wie weggewischt: Saints Row bedient wirklich jede Art von Humor, sei es nun einfachem fröhlichem Slapstick bis hin zu bösestem britischem Humor. Hier kommt jeder auf seine Kosten.

Das hinter all dem noch ein hervorragendes Actionspiel mit großartiger Steuerung steckt schadet natürlich auch nicht: Die Fahrzeugphysik ist jederzeit nachvollziehbar, egal ob es sich um Autos, futuristische Schwebemotorräder oder Wollknäule handelt. Auch wenn man zu Fuß unterwegs ist, kann sich die Steuerung mit den besten des Genres messen. Dazu kommt neben dem gewohnt guten zielen und schießen ein Repertoire an Nahkampfangriffen. Ein Novum ist der "Awesome"-Button: Wird dieser bei einer Aktion wie dem Einsteigen in ein Fahrzeug oder einem einfachen Angriff gehalten, wird daraus eine besonderer Moment - Sprünge durch die Windschutzscheibe eines Autos und verschiedene Wrestlingmanöver lassen sich so Beispielsweise realisieren.

Saints Row: The Third Screenshot

Meine Wort- und Waffengewandte Protagonistin

All das kommt in einer kunterbunten Optik daher, die den ganzen Wahnsinn passend unterstreicht. Der eigene Charakter ist bis ins letzte Detail individualisierbar und braucht sich selbst vor Rollenspielen wie Mass Effect nicht verstecken. Gefällt ein Akteur nicht mehr, besucht man eines der vielen Kleidungsgeschäfte oder schickt ihn direkt in die Klinik, wo sich von kleinen Schönheitskorrekturen bis hin zur Geschlechtsumwandlung alles realisieren lässt. Auch ein Eingriff in die Stimmbänder bzw. ein erneutes durchspielen lohnt sich: Die verschiedenen wählbaren Synchronsprecher reagieren teilweise sehr unterschiedlich auf die Ereignisse und Charaktere, die ihnen begegnen.

Etwas das die GTA Serie ihren Konkurrenten immer voraus hatte war der herausragende Soundtrack. Doch auch hier hat Volition geklotzt und nicht gekleckert. Die Songauswahl strotzt zwar nicht vor bekannten Namen, die Lieder untermalen aber stets gut das geschehen und werden auch dramaturgisch sehr passend eingesetzt. Wem nach diesem Spiel nicht noch tagelang die Melodie von Kanye West's Power im Kopf rumdudelt, dem ist nicht mehr zu helfen.

P.S.: Eigentlich sollte dies nur ein kurzer Absatz in einem Best of 2011 Posting werden, der meinen zweiten Lieblingstitel 2011 erwähnt. Doch aufgrund seines etwas größeren Umfangs habe ich ihn dann doch lieber in ein eigenes Post ausgelagert. Falls es nicht durchgeschienen haben sollte: Ja, ich mag Saints Row: The Third.

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Hexfeldschlachten

Posted on September 6, 2011

Neuroshima Hex! ist ein rundenbasiertes taktisches Brettspiel aus Polen, welches letztes Jahr von Big Daddy's Creations für iOS umgesetzt wurde. In einem post-apokalyptischen Setting kämpfen auf hexagonalen Feldern verschiedene Fraktionen der Menschen, Maschinen und Mutanten gegeneinander um die letzten Ressourcen. Ziel ist es, das gegnerische Hauptquartier zu zerstören oder zumindest mehr zu schwächen als das Eigene.

Neuroshima Hex Screenshot

Vier Parteien bedeutet vorallem Chaos - Leider geht bei mehr als zwei Spielern die Taktik flöten

Jede Spielrunde (mit Ausnahme der Ersten) beginnt mit einer Entscheidung: Gezogen werden drei sechseckige Spielkarten, die gleichzeitig die eigenen Streitkräfte im Spiel symbolisieren. Es wird hierbei zwischen Einheiten (die "Armee"), Modulen (erkläre ich etwas weiter unten) und Instant Action Karten unterschieden. Letztere haben sofortige einmalige Effekte wie beispielsweise das verschieben oder vernichten von Einheiten. Bevor man seinen Zug beginnen kann, muss man eine der drei Karten wieder ablegen. Die verbleibenden können gespielt werden. Dabei ist nicht nur wichtig welche Einheiten auf das Spielfeld gelegt werden, sondern auch deren Ausrichtung: Auf jeder Karte befindet sich eine Markierung die zeigt, in welche Richtung(en) die Einheit ihre Eigenschaften entfaltet - Die häufigste Form davon ist zweifelsohne der Angriff, auf den Screenshots durch lange (Fernkampf) und kurze Dreiecke an den Kartenrändern (Nahkampf) zu erkennen.

Neuroshima Hex Screenshot

Der Hilfescreen zu den Einheiten des Neojungle - Hier mit einer meiner Lieblingseinheiten

Noch wichtiger ist jedoch der Initiativwert, den jede Karte besitzt. Durch ihn wird die Reihenfolge bestimmt, in der die Aktionen jeder Karte ausgespielt werden. Der gefährlichste Angreifer vor dem gegnerischen Hauptquartier ist nutzlos, wenn hinter ihm ein einfacher Soldat mit höherem Initiativwert steht und ihm eine lange Nase macht, bevor er ihn über den Haufen schießt.

Um ein wenig Schwung in die Sache zu bringen, lassen sich umstehende Einheiten mit verschiedenen Modulen aufwerten, von besserem Schaden über Heilung bis hin zu besseren Initiativwerten. Umgekehrt gibt es natürlich auch Möglichkeiten, die Werte des Gegners zu sabotieren. Dazu verfügen viele Einheiten über Spezialfähigkeiten, die es ihnen ermöglichen sich zu bewegen oder gar selbst zu Opfern, um einen Gegner auszuschalten.

Neuroshima Hex Screenshot

Neojungle nimmt hier Moloch nach allen Regeln der Kunst auseinander

Anders als in anderen Spielen des Genres wird nicht jede Runde ein Kampf ausgefochten, sondern ausschließlich wenn das Spielfeld mit Karten gefüllt ist oder eine spezielle Instant Action Karte gelegt wird. Schach-gleich sollte man erst einmal den Ausgang eines Gefechts vorausberechnen, bevor man leichtfertig eine Schlacht initiiert. Nicht selten geht sonst ein auf den ersten Blick guter Angriff in die Hose. Der Einstieg gestaltet sich leicht: Ein Tutorialvideo ist ebenso vorhanden wie eine Erläuterung sämtlicher Spielkarten. Doch erst nach ein paar Spielstunden dämmert einem, wie Unterschiedlich die Kriegs-Parteien in diesem Spiel sind und wie viel Tiefe sich darin versteckt. Eine klare Kaufempfehlung für jeden, der rundenbasierte Taktik mag!

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Magic war gestern

Posted on April 17, 2011

Wer erinnert sich nicht an das Sammelkartenspiel von Wizards of the Coast, welches den Grundstein für so erfolgreiche Nachahmer wie Pokémon oder Yu-Gi-Oh legte. Trotz diverser veröffentlichter Produkte hat man jedoch den lukrativen Videospielmarkt bisher nur mit eher durchschnittlicher Magic-Kost abgespeist.

Kyle Poole nahm sich mit seinem Spiel Shadow Era dieser Lücke an: Zweihundertausend (!) Spieler tummelten sich, Mund zu Mund Propaganda von Teilnehmern der Beta sei dank, in weniger als einer Woche nach der Veröffentlichung auf den Servern, alle vier Sekunden startete ein neues Spiel. Von solchen Zahlen können selbst diverse Konsolen-Multiplayertitel nur träumen. Die darauf folgenden positiven Reviews taten ihr übriges, um dazu beizutragen dass Shadow Era ein Überraschungserfolg wurde. Zum Start gab es nur einen auf Unity basierenden Web Client und eine Umsetzung für iOS, mittlerweile lassen sich auch native Versionen für Windows und MacOS sowie Android kostenlos herunterladen.

Shadow Era Screenshot

Das Spielfeld

Nachdem man sich angemeldet hat lässt sich der Account mit jedem Client nutzen - Die Decks und erspielten Karten bleiben dabei natürlich erhalten. Nachdem man sein Starter Deck ausgewählt und einige Spiele hinter sich gebracht hat, wird man unweigerlich das Verlangen nach neuen Karten haben. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man kauft, ganz im Stil von Magic, gegen reales Geld weitere Starter oder Booster Packs, oder man investiert etwas mehr Zeit und gewinnt Spiele gegen den Computer oder andere Spieler. Das hierbei gewonnene Gold lässt sich in Karten investieren, die auf dem Marktplatz von anderen Spielern angeboten werden.

Von der Auswahl des Starter Decks abhängig erhält man eine passenden Heldenkarte, die zu den üblichen Klassen wie Krieger, Magier oder Heiler gehört und spezielle Fähigkeiten besitzt. Ziel ist es natürlich, die Lebensenergie des anderen Helden auf Null zu bringen. Im Gegensatz zu Magic bestimmen nicht Resourcenkarten den Manapool - Stattdessen lässt sich zu Beginn einer Runde eine beliebige Karte opfern, die dann dem Pool zugerechnet wird. Ist dieser groß genug um die jeweiligen Vorraussetzungen zu erfüllen beschwört man Mitstreiter, zaubert einen der vielfältigen Sprüche oder verwendet Gegenstände aller Art.

Im Spiel gegen die KI agiert diese meist recht clever und macht einem das Leben nicht einfach -Trotzdem hat man nie das Gefühl betrogen zu werden. Sowohl bei Sieg wie auch Niederlage gibt es Erfahrungspunkte. Steigt man einen Level auf, werden auch die Gegner besser.

Der Multiplayer Modus gibt sich noch karg, gefällt aber durch sein TrueSkill ähnliches Ratingsystem. Derzeit lassen sich nur Spiele gegen zufällige Gegner starten, die kommende Version 1.26 wird auch Matches unter Freunden (unranked), Freundeslisten, Chat und das ansehen von Wiederholungen ermöglichen.

Shadow Era Screenshot

Ein Beispiel für das gelungene Artwork

Optisch macht das Spiel einiges her: Die Karten sind wundervoll gezeichnet und stehen ihren Magic-Vorbildern in nichts nach. Die Effekte und Kameraeinstellungen erfüllen ihren Zweck und sind dezent genug eingesetzt um nicht ablenkend zu wirken. Die Übersicht ist selbst auf dem iPhone immer gegeben.

Negativ zu erwähnen ist, dass man bereits bei der Anmeldung quasi blind ein Starter Deck auswählen muss ohne die genauen Auswirkungen auf den Spielverlauf zu kennen. Hier sollte noch etwas zu Gunsten der Spieler nachgebessert werden, auch wenn es womöglich die Einnahmen durch den Kartenverkauf schmälert. Damit würde man jedoch verhindern, das ein Spieler gefrustet auf einem Deck festsitzt das ihm spielerisch überhaupt nicht zusagt.

Shadow Era Screenshot

Ein Plasma Blast räumt auf

Ich kann Shadow Era nur jedem ans Herz legen, der mit Sammelkartenspielen nur im entferntesten etwas anfangen kann. Die Community ist großartig und Kyle bemüht sich, jedes Balanceproblem auszubügeln. Updates kommen rasch und schlecht ausbalancierte Karten werden dabei mit Bedacht angepasst. Daumen hoch!

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Jäger auf dem iPad

Posted on March 12, 2011

Mit Hunters gelingt es Rodeo Games frischen Wind in das Systemübergreifend leider kaum noch bediente Genre der runden-basierten Strategiespiele zu bringen. Merklich von X-COM und dem Tabletop Space Hulk inspiriert zieht man Runde um Runde sein Team über die quadratischen Felder, rettet Wissenschaftler, birgt Artefakte, beschützt Reaktoren oder erschießt Anführer feindlicher Organisationen.

Hunters Screenshot

Die Jungs mit den Maschienengewehren stürmen die Vordertür...

Auch an taktische Feinheiten wie das Aufsparen von Aktionspunkten wurde gedacht: So lassen sich beispielsweise Feinde direkt angreifen, wenn sie einen derart gesicherten Raum betreten.

Hunters Screenshot

...während der Sniper sich von hinten um den feindlichen Anführer kümmert

Zwischen den Missionen kauft man neue Ausrüstung ein und steigert, Rollenspieleinschlag sei dank, seine Charaktere. Dabei gibt es eine recht umfangreiche Liste von Fähigkeiten, die erlernt werden können, von den üblichen Ausweich- und Treffermodifikatoren hin zu Racheangriffen nach dem Tot eines Teammitglieds. Der Ausrüstungsshop führt alles, was man erwarten würde: Waffen, Rüstungen, Medikits und Scanner sind Genrestandard.

Hunters Screenshot

Der Flammenwerfer eignet sich hervorragend zum Absichern enger Gänge

Auf der Negativseite finden sich primär das fehlen einer Story (alle Missionen sind kurze abgeschlossene Häppchen mit wenig Abwechslung) und der fehlende Mehrspielermodus wieder. Allerdings hat Rodeo Games bereits beides als DLC in Aussicht gestellt. Auch das Balancing ist noch nicht optimal und die Karten oftmals sehr klein.

Positiv fallen die Optik und Steuerung auf: Die Grafik ist detailreich und alles in allem sehr gelungen, die Touch-Steuerung funktioniert hervorragend – Das haben diverse namhafte Hersteller schon deutlich schlechter gemacht.

Hunters Screenshot

Rückzug nach der Bergung eines Artefakts

Hunters lässt sich kostenlos unbegrenzt testen, allerdings ist es ohne den In-App Kauf der Vollversion nicht möglich ein höheres Level als 2 zu erreichen. Es versteht sich von selbst, dass die Feinheiten der Charakterbastelei damit verwehrt bleiben.

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The most awesome stuff of 2010 is red

Posted on December 29, 2010

Es ist wieder einmal an der Zeit, meine Favoriten des Jahres zu küren. Seht mir meine überschwängliche Euphorie bitte nach:

Album Cover

Super Meat Boy Soundtrack

Mit Abstand das beste Album, dass ich dieses Jahr (wieder und wieder) hören durfte, ist der Soundtrack des famosen Retro-Jump&Runs von Team Meat. Schon bevor ich mich dazu überwinden konnte, Super Meat Boy trotz seines "Das Spiele ich ja nie durch"-Schwierigkeitsgrades zu kaufen, strahlte mich das breite Grinsen das roten Helden in den Playlists meiner Abspielgeräte an. Schuld daran war der Quicklook auf GiantBomb, der mich hellhörig werden ließ und zum sofortigen Kauf animierte.

Die Musik stammt von Danny Baranowsky, dessen treibende Klänge schon meine Flucht über die Häuserdächer in Canabalt begleitet haben. Ohrwurm reiht sich an Ohrwurm, und nicht selten erwische ich mich dabei die Melodien von Betus Blues oder Ballad of the Burning Squirrel zu pfeifen. Einzig die Remixes hätte man sich sparen können.

Game Cover

Red Dead Redemption

GTA im Wilden Westen – Diese Worte genügen eigentlich um Red Dead Redemption zu beschreiben. Das es nebenbei alles richtig macht, was seine Open-World Vorgänger von Rockstar Games bisher vernachlässigt haben, sollte man aber vielleicht nicht unerwähnt lassen. Wie nicht anders gewohnt sind die Produktionswerte auf höchstem Niveau. Die Grafik ist vielerorts atemberaubend schön, die Musik zwar spärlich aber akzentuierend eingesetzt und die Synchronsprecher passen perfekt. Eine konsistente Welt, glaubwürdige Charactere und die erstklassig präsentierte und erzählte Geschichte rund um den kantigen John Marston runden das Gesamtpaket ab. Das clevere Ende tut sein übriges – Red Dead Redemption ist mein Spielehighlight dieses Jahr!

Noch zu erwähnen ist, dass sich hier ohne RDR ein iOS Spiel wiedergefunden hätte, noch vor Heavy Rain, Mass Effect 2 und Assassins Creed Brotherhood. Galaxy on Fire 2 ist wirklich so gut. Schon erstaunlich, was mittlerweile so alles an Spielen im App Store erscheint. Der Ruf einer Plattform ausschließlich für Casualgames war einmal, schaut man sich die aktuellen Veröffentlichungen von Sim City, Lego Harry Potter, Secret of Mana und Co. an. Beeindruckend!

Movie Poster

Scott Pilgrim

Scott Pilgrim war für mich ohne Zweifel der Film des Jahres. Die Macher haben es verstanden, die Essenz des Comics auf das Medium Film herüberzuretten, ohne dabei in die üblichen Hollywood-Gefälligkeits-Fallen zu tappen. Alles was den Comic ausgemacht hat, ist auch hier zu finden: Seien es die markanten Charakere, die toll inszenierten Kämpfe oder der punktgenaue Humor. Je mehr man mit der Gamerkultur anfangen kann, desto mehr wird man auch die unzähligen Anspielungen des Films zu schätzen wissen. Großes Kino für eine kleine Zielgruppe, zu der ich mich glücklicherweise zählen kann. :)

Und was waren Eure Favoriten?

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Es brennt im All

Posted on November 24, 2010

Galaxy on Fire 2 vom Hamburger Entwickler Fishlabs ist ein Space-Trader/Shooter im Stile von Privateer und Freelancer für iOS. Der Beginn der Story ist schnell erzählt: Durch eine Fehlfunktion seines Antriebs findet sich Raumschiffpilot Keith Maxwell plötzlich 35 Jahre in der Zukunft und fernab seiner Heimat wieder. Was er mit diesem neuen Leben anfängt, bleibt dem Spieler überlassen.

Galaxy on Fire 2 Screenshot

Im Anflug auf die Posého Station

Hält er sich mit harter Arbeit wie dem Beseitigen von Schrott im All oder dem Abbau von Erzen in Asteroiden über Wasser? Transportiert er Passagiere von einem Sonnensystem zum nächsten oder handelt mit Waren aller Art? Macht er Jagd auf Piraten oder wird er gar selbst einer? Jede Handlung beeinflusst den Ruf Keiths unter den vier bekannten Rassen, welcher wiederum Einfluss auf die angebotenen Missionen, Preise für Waren und natürlich Feindseligkeit der anderen Fraktionen hat.

Galaxy on Fire 2 Screenshot

Ein Pirat, der sich mit dem Angriff auf einen gut (durch mich) geschützten Frachter übernommen hat...

Die Möglichkeiten sind zahlreich und nicht selten vergisst man ob all dieser Optionen, dass auch die schön erzählte Story rund um das Auftauchen einer neuen Alien-Rasse, den Void, ihren Reiz hat. Dazu trägt auch bei, dass man ständig ein Ziel vor Augen hat: Nur noch schnell das Geld für diese Waffe sparen, eine größere Passagierkabine wäre auch prima, vielleicht noch ein schnellerer Antrieb oder ein neuer Schildgenerator. Oder gleich ein ganz neues Schiff? ...Und schon sind wieder einige Stunden vorbei, ohne sich um das Void-Problem gekümmert zu haben. ;)

Galaxy on Fire 2 Screenshot

Die Dis-Station bei romantischer Beleuchtung

Optisch und akustisch wird einiges geboten, das Spiel gehört zu den schönsten iOS Spielen die ich bislang in die Finger bekommen habe, und gerade im Vergleich zum Konkurrenten Warpgate HD sieht dieses ziemlich blass aus. Ob nun Planeten, Raumstationen, Schiffe, oder Details wie Partikel- und Lichteffekte – Die Grafik von GoF2 überzeugt. Und wo wir gerade beim Vergleich dieser beiden Titel sind: Im Gegensatz zum irgendwie halbautomatischen Kampfsystem von Warpgate hat der Spieler hier jederzeit die volle Kontrolle – Raumgefechte spielen sich genauso actionreich wie damals bei Wing Commander. Die Touch-Steuerung klappt hervorragend und ist so präzise wie man es sich nur wünschen kann. Auch der Sound kann überzeugen: Alle Charaktere wurden mit Sprachausgabe versehen, was gut genug gelungen ist um Atmosphäre zu schaffen. Lediglich die Musik wiederholt sich für meinen Geschmack zu oft.

Galaxy on Fire 2 Screenshot

Teneta Klasse - Mein ganzer Stolz

Galaxy on Fire 2 ist eine Universal App und läuft damit auf allen iOS Geräten (außer dem AppleTV). Das Retina Display wird ebenso unterstützt wie Game Center und Open Feint. Für Menschen wie mich besonderes nützlich: Savegames lassen sich in der Wolke speichern, so das man problemlos zwischen iPod Touch, iPhone und iPad wechseln kann, ohne seinen Spielfortschritt zu verlieren. Ich denke ich muss nicht mehr über dieses Spiel schreiben, meine Begeisterung dürfte offensichtlich genug sein. :)

Zum Abschluss gibt es hier noch den Trailer:

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Straßenrennen auf der Konsole

Posted on September 5, 2010

Vor einigen Monaten bin ich wieder auf Midnight Club LA aufmerksam geworden, ein Rennspiel für Xbox360/PS3 von Rockstar Games aus dem Jahre 2008, dessen Trailer ich als Need for Speed Underground-Fan sehr interessant fand. Zu seinem Erscheinen wurde es in den Reviews primär wegen seines extrem hohen Schwierigkeitsgrades abgestraft, diverse Tester gaben schon im ersten Drittel des Spiels frustriert auf. Der später veröffentlichte Patch linderte die Problematik zwar zumindest für die ersten Spielstunden ein wenig und sorgte für eine weniger steile Lernkurve, aber zu dem Zeitpunkt war das Spiel schon wieder aus dem Fokus der Presse geraten und fristete ein Nischendasein. Erst als Amazon das Spiel für lächerliche 9 Euro (!) quasi verschenkte, riskierte ich einen zweiten Blick.

Midnight Club LA Screenshot

Einer meiner beiden Lieblingswagen, ein Mazda RX7

MCLA basiert auf der gleichen Engine wie GTA4 und kommt optisch sehr ähnlichen daher: Anstelle von New York wird hier Los Angeles simuliert, komplett mit Verkehr und Passanten. Ständig kommt man an Orten vorbei, die man bereits aus Filmen oder Serien kennt – Wenn man nicht gerade an Rennen teilnimmt kann man sich leicht im Sightseeing verlieren.

Midnight Club LA Screenshot

Wer hier nicht aufpasst, lernt mit seinem Motorrad fliegen...

Wie in NFSU lassen sich alle Fahrzeuge in den Werkstätten der Stadt tunen. Manches geschieht unter der Haube, wie der Einbau besserer Motoren oder Nitro, manches sind optische Veränderungen wie Umbauten an der Karosserie, neue Lackierungen oder das anbringen von Vinylstickern. Das kann sogar so weit gehen, dass kaum noch erkennbar ist um welches Fahrzeug es sich ursprünglich einmal gehandelt hat.

Midnight Club LA Screenshot

Bloß nicht erwischen lassen, sonst wird es teuer!

Die ganze Fast&Furious-Kultur wird im Rahmen der primär in Zwischensequenzen erzählten Geschichte bedient, kein Klischee wird ausgelassen. Die Musik ist ein dazu passender Mix aus Rock, Electro und Hip-Hop, auf Wunsch sortiert in verschiedene Radiosender. Abwechslungsreichtum wird auch im Spiel selbst groß geschrieben: Bestzeiten wollen geschlagen, Autos an Kunden des befreundeten Händlers ausgeliefert, Turniere gewonnen, Polizisten abgehängt, geliebte Wagen aufs Spiel gesetzt und die Fahrzeuge anderer schrottreif gefahren werden. Hierfür stehen diverse handelsübliche Straßenwagen, Sportwagen, Luxuskarossen, SUVs, Lowrider, Musle Cars und sogar Motorräder zur Verfügung.

Midnight Club LA Screenshot

Die Ziellinie ist in Sicht. Jetzt bloß das Gleichgewicht halten...

Trotz des Arcade-artigen Spielprinzips sollte man nicht mit seinem Wagen anecken, denn fehlerfreies Fahren wird gleich mehrfach belohnt: Zum einen kosten Rempler natürlich Geschwindigkeit - Übermäßig aggressives fahren endet meist in Drehern, die nicht selten den Sieg kosten. Zum Anderen baut sich bei fehlerfreier Fahrt eine Special-Leiste auf, mit der man eine von vier unterschiedlichen Fähigkeiten aktivieren kann, darunter Zeitlupe und EMP. Und natürlich die größte Belohnung von allen: Das eigene Traumauto kommt ohne Beulen im Ziel an. Nichts ist befriedigender als das :) .

Midnight Club LA Screenshot

Ein weiterer Mazda, diesmal in Form des RX8

Um es kurz zu machen: Ich bin positiv überrascht worden. Der Schwierigkeitsgrad bleibt der größte Minuspunkt von Midnight Club, trotz Patch sollte man schon sehr Frust-resistent sein, um nicht ab und an ins Gamepad zu beißen. Kann man jedoch darüber hinwegsehen, erwartet einen ein abwechslungsreiches und durchdachtes Rennspiel, bei dem ich im Nachhinein bereue nicht den vollen Preis bezahlt zu haben: Die Entwickler hätten es definitiv verdient!

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Epische Abenteuer im Apfelladen

Posted on August 17, 2010

Chaos Rings von Square Enix lässt sich erstaunlich knapp beschreiben: Final Fantasy für iOS. Die Charaktere, die Grafik, der Soundtrack, das Kampfsystem, einfach alles erinnert an die erfolgreiche JRPG Serie des gleichen Hauses. Genauer gesagt an deren glorreichste Tage, die frühen Playstation Titel!

Screenshot

Das erste Paar: Escher und Musiea

Die Geschichte ist schnell umrissen: Fünf Paare unterschiedlicher Herkunft werden an einen unbekannten Ort teleportiert, wo ihnen ein geheimnisvolles Wesen, der sogenannte Agent, eine Reihe von Prüfungen stellt. Dazu zählt auch, dass sich die Teams untereinander in einer Arena bekämpfen sollen. Den Siegern verspricht er nichts geringeres als Unsterblichkeit und ewige Jugend, die Verlierer erwartet der Tod. Erst spät im Spiel offenbart sich, dass es (natürlich) um die Rettung der Welt geht (wenn auch auf sehr eigenwillige Weise).

Screenshot

Im Kampf mit einem Phoenix

Doch die Prüfungen, an deren Anfang das auffinden der titelgebenden Ringe steht, sind nicht das einzige, was die Charaktere beschäftigt. Zusätzlich hat jedes Paar seine privaten Probleme, die es im Verlauf der Geschichte zu lösen gilt. So versucht beispielsweise das erste Paar schon nach wenigen Minuten sich gegenseitig zu töten – Die vom Agent aufgestellten Regeln zwingen die Beiden jedoch dazu, trotzdem zusammenzuarbeiten.

Heraus sticht die ungewöhnliche Erzählweise: Wie bereits angedeutet ist jedes der vier Paare spielbar und erlebt die Geschichte auf eigene Art – Erst das durchspielen mit Allen bringt das wahre Ende zum Vorschein. Dabei spielt Square Enix gekonnt mit den Erwartungen der Spieler: Wer nicht aufpasst, verpasst einen guten Teil des Spiels in dem glauben, es durchgespielt zu haben.

Screenshot

Einer der ersten Zwischengegner

Der Soundtrack von Noriyasu Agematsu lässt einen das fehlen von Nobuo Uematsu's Klängen verschmerzen und unterstreicht das Geschehen hervorragend. Die Grafik pendelt sich irgendwo zwischen den PS1 und PS2 Ablegern von Final Fantasy ein, wobei das fehlen jeglicher Texturfilterung für heutige Verhältnisse etwas befremdlich wirkt. Andererseits passt das so gut in den Retrocharm der Optik, dass man schnell darüber hinwegzusehen vermag.

Screenshot

Wirklich das Ende?

Chaos Rings beweist eindrucksvoll, dass sich auch größere Produktionen auf dem iPad (in meinem Fall) zuhause fühlen können. Der Preis mag für iTunes-Verhältnisse hoch sein, doch wenn man sich den Markt der Konkurrenzspiele auf anderen Handhelds vor Augen führt, ist das Rollenspiel geradezu ein Schnäppchen. Wenn ihr Fans von JRPGs seid, unbedingt anschauen! Chaos Rings ist sowohl für iPhone/iPod Touch als auch für das iPad erhältlich.

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Even a Magical Device needs Mana

Posted on June 25, 2010

Mit viel medialem Getöse hat gestern der Verkaufsstart des iPhone 4 begonnen. Bei all dem Rummel könnte man fast vergessen, dass vor gerade einmal einem Monat ein ähnlicher Wirbel um ein anderes Apple-Gerät gemacht wurde: Das iPad. Ein Review erspare ich mir an dieser Stelle, wer daran interesse hat wird auf unzähligen anderen Seiten und Blogs fündig. Stattdessen möchte ich kurz auf ein paar Apps eingehen, die meines Erachtens nach aus dem einen oder Anderen Grund besonders erwähnenswert sind:

Marvel Comic Reader

Der Marvel Comic Reader ermöglicht es, aus dem riesigen Fundus an Comics seine Lieblinge in digitaler Form zu erwerben und natürlich zu lesen. Dabei ist die Darstellung sehr gelungen: Die Seiten werden nicht einfach nur angezeigt (auch das ist auf Wunsch möglich), sondern vielmehr präsentiert. Es erfolgen Übergänge zwischen den Panels, teilweise werden auch erstmal nur bestimmte Ausschnitte gezeigt, um die Spannung zu wahren was im nächsten Augenblick in einem anderen Teil des Bildes geschieht. In kürzester Zeit habe ich auf diese Weise die Civil War Reihe und Joss Whedons Astonishing X-Men Serie gelesen. Einfach mal testen, die Marvel App ist kostenlos und bietet immer auch Ausgaben zum hinein schnuppern an.

Plants vs. Zombies

Plants vs. Zombies ist eine Tower Defense Variante und hat mich bereits auf dem Mac in seinen Bann gezogen. Die Umsetzung der Schlacht zwischen Gartenpflanzen und modernden Zombies für das iPad ist gelungen, die Steuerung intuitiv und das Spiel hat nichts von seinem schrägen Humor verloren. Vorsicht: Macht süchtig!

Pulse

Pulse ist ein Feedreader mit sehr gelungener Optik und Handhabung. Das Interface ist gewollt einfach gehalten, Artikel kann man auf Wunsch auch Offline lesen oder sie zum späteren Lesen via Instapaper markieren.

Carcassone

Streng genommen ist Carcassone gar keine iPad App (jedenfalls noch nicht, ein Update soll später nachhelfen), trotzdem ist es den Coding Monkeys durch Programmier-Voodoo gelungen, höher aufgelöste Grafiken in der iPhone-Version unterzubringen, die beim Start im Zoom-Modus des iPad angezeigt werden. Damit haben sie etwas beachtliches geschafft: Das iPhone-Spiel sieht fast wie eine iPad App aus. Carcassone ist sehr gut umgesetzt und bietet ein kurzes aber gelungenes Tutorial an, das sogar ich verstanden habe (im Gegensatz zur Xbox Live Arcade Variante...). Dazu scheint das iPad für diese Art von Brettspiel Umsetzung wie geschaffen zu sein. Nun hoffe ich auf ein gutes Risiko, BattleTech und, und, und :)

Bereits in ihren anderen Inkarnationen unerlässlich und auch auf dem iPad extrem gelungen sind Things, Dropbox und Canabalt. Auch diverse andere Programme wie Flight Control HD, Galcon Fusion, Warpgate HD, GoodReader, Pages, Air Display und die mitgelieferten Apps verwende ich regelmäßig. Aber irgendwo muss dieser Artikel ja sein Ende finden ;) .

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Mobiler Oldschool Dungeoncrawler

Posted on February 24, 2010

Bei Sword of Fargoal handelt es sich um das iPhone/iPod Touch-Remake eines Rogue-like Klassikers aus einer Zeit, als Commodore noch mehr als ein herumgereichter Markenname war. Die Aufgabe des Spielers ist es, das titelgebende Schwert in einem zufallsgenerierten Dungeon voller Moster zu finden und damit wieder an die Oberfläche zurückzukehren.

Schläge auf den Hinterkopf...

Die Umsetzung ist bis auf kleinere Details identisch zum Original, lediglich die Grafik wurde überarbeitet und das Gameplay an die Touch-Steuerung angepasst. Nach wie vor metzelt man sich Ebene für Ebene durch die immer schwieriger werdenden Gewölbe, entschärft Fallen, findet Schätze und steigert so die Fähigkeiten seines Charakters, um noch weiter nach unten vorzudringen und hoffentlich irgendwann auf das Sword of Fargoal zu stoßen.

Schon das Original war für seinen Schwierigkeitsgrad berüchtigt, und der Grund dafür ist auch im Remake erhalten geblieben: Der Spielcharakter besitzt nur ein einziges Leben. Diese für manche möglicherweise frustrierende Eigenheit macht allerdings auch den großen Reiz von Sword of Fargoal aus. In kaum einem aktuellen Titel bewegt man sich derart vorsichtig durch die Spielwelt. Ein falscher Schritt, ein zu spät gewirkter Zauber und man findet seinen Charakter auf dem Friedhof im Hauptmenü wieder und muss von vorn beginnen.

Ein Warlord versucht mich vom Plündern abzuhalten

Wenn ihr frustresistent seid und etwas für die Vorläufer von Diablo übrig habt, schaut es Euch an :)

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