Thorwan's blog oder was sonst so passiert…

A blast from the past

Posted on September 30, 2008

Hin und wieder kommt es vor, dass ich zwar gewillt bin etwas zu schreiben, aber mir kein aktuelles Thema einfällt. Deswegen gibt es ab sofort mit "A blast from the past" eine neue Kategorie, in der ich mich vergangenen Dingen widmen werde. Seien es nun alte Filme, Spiele, Musik oder Ereignisse. Doch dieser Eintrag liefert nicht nur die Erklärung für die Kategorie, sondern enthält zudem auch ihren ersten Inhalt:

Syndicate Title Screen

In einer optisch an Ridley Scotts Blade Runner Film angelehnten düsteren Zukunft haben einige gewaltige Megakonzerne die Aufgaben der Regierungen übernommen. Die europäische Staatengemeinschaft zerfiel, und der Kontinent versank im Chaos. Einer der letzten dortigen Großkonzerne, EuroCorp, entwickelte daraufhin einen Chip, der das Problem löste und fortan weltweit zum Einsatz kam: Eingeplanzt in jeden Bürger, vermochte er deren Wahrnehmung zu kontrollieren und zu manipulieren – Wolfgang "Stasi 2.0" Schäuble wäre erfreut.

Doch schon bald wurde EuroCorps Chip-Monopol von verschiedenen Verbrechersyndikaten geknackt und die Konzerne unterwandert. Während die Bürger der Welt durch den Chip ein friedliches Leben vorgegaukelt bekamen, entbrannte zwischen den Syndikaten ein hoch-technisierter Krieg um die Weltherrschafft.

Vor diesem Hintergrund übernimmt der Spieler die Leitung eines dieser Konzerne. Eingenommene Steuern lassen sich an die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen verteilen, die daraufhin neue Waffen (Shotgun, Uzi, Minigun etc. ) und kybernetische Körperteile fertigstellen. Letztere ermöglichen unseren Agenten beispielsweise genaueres zielen oder schnelleres rennen. Den Großteil der Spielzeit nimmt jedoch das ausführen von Missionen ein.

Syndicate Screenshot

Die vier Agenten bei der Arbeit...

Bis zu vier Agenten können gleichzeitig durch die Metropolen gesteuert werden. Die Aufträge reichen dabei von Attentaten über Eskorten bis hin zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Letzteres lässt sich mit dem Persuadertron (im deutschen Überzeugstrahler genannt) erreichen, einer Handfeuerwaffe die ihren Namen nicht zu unrecht trägt: Sie überzeugt Menschen davon, den eigenen Agenten blind zu folgen. Je mehr Menschen auf diese Weise beeinflusst werden, desto einfacher lassen sich weitere hinzugewinnen, später auch Sicherheitskräfte und Agenten feindlicher Konzerne. Nicht selten dienen die Opfer auch als menschliche Schutzschilde.
Als wäre all dies nicht schon moralisch bedenklich genug, kann man die Agenten auch noch über deren Chip mit Drogen versorgen und beispielsweise ihren Adrenalinpegel erhöhen. Günther "Killerspiele verbieten" Beckstein hätte wohl an Syndicate ebenfalls seine helle Freude gehabt ;-).

Doch warum schreibe ich das alles? Natürlich weil ich das Spiel geliebt habe. Nicht wegen der Brutalität oder der amoralischen Handlung, sondern weil die düster-industrielle Atmosphäre so gelungen ist. Natürlich wirkt das alles heute sehr altbacken, aber damals war Syndicate sowohl optisch als auch spielerisch ein Meilenstein. Atmosphärisch spielen bis heute nur wenige Spiele in der gleichen dark-future Liga, eines davon ist ironischerweise Westwoods Spiel zum Film Blade Runner.

Wenn ihr noch einen alten Computer (PC mit MS-DOS oder einen Amiga) im Besitz habt, schaut es Euch doch mal an. Auch die Konsolenversionen (mit Coop!) und der Nachfolger Syndicate Wars sind einen Blick wert, auch wenn sie nicht an das Original heran reichen.

Ich hoffe EA erkennt eines Tages, welch großartige Lizenzen noch immer in ihrem Besitz sind...

P.S.: Eine sehr gelungene Syndicate-Fansite ist hier zu finden.

Knoten im Gehirn

Posted on September 21, 2008

Es ist mal wieder an der Zeit, über ein Spiel zu reden. Diesmal ist es kein Musikspiel, versprochen ;-). Braid, so der Name des Spiels von Indie-Developer Jonathan Blow, sieht auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Jump&Run mit interessantem Grafikstil aus.

Kein gewöhnliches Jump&Run...

Kein gewöhnliches Jump&Run...

Spätestens nach dem ersten Bildschirmtod wird jedoch klar, dass Tim, so der Name der spielbaren Figur, die Zeit zurückzudrehen vermag. Auf diese Weise lässt sich ähnlich wie in Prince of Persia: The Sands of Time jeder Fehltritt ungeschehen machen. Und das ist erst der Anfang, denn die Manipulation der Zeit spielt in den unterschiedlichen Spielabschnitten zunehmend eine bedeutendere Rolle. Parallel zu Tims Fähigkeiten steigt auch die Komplexität der Rätsel, welche es zu lösen gilt. Ryan Davis hat es in seinem Review sehr treffend formuliert:

The solutions can take a long, long time to reveal themselves to you, but you feel like the smartest person in the world right after you finish a particularly head-wringing puzzle.

Ebenso gelungen wie die Spielmechanik ist die Story, welche zwar während der Levels selbst etwas zu kurz kommt, aber dafür am Ende umso mehr einschlägt. Leider ist zum vollständigen Verständnis wie schon bei Assassins Creed der Besuch einiger Websites anzuraten, welche ich aus Spoilergründen jedoch hier nicht verlinken werde. Nichtsdestotrotz ist Braid eines der besten Spiele, die XBLA derzeit zu bieten hat, und jeden Cent wert. Unbedingt die Testversion herunterladen und anschauen!

Als Xbox360 Besitzer muss man Braid gespielt haben!

Als Xbox360 Besitzer muss man Braid gespielt haben!

P.S.: Auch eine PC-Version soll noch dieses Jahr erscheinen.

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Metallica-Fan? Kauf Guitar Hero!

Posted on September 20, 2008

Ich bin kein Fan von Metallica, und so könnte mir die Diskussion um das neue Album Death Magnetic eigentlich egal sein. Doch ich hege die Hoffnung, dass der Aufschrei der Fans bei einer derart beliebten Band endlich ein Umdenken der Musikindustrie zur Folge hat. Nein, diesmal geht es nicht wieder um irgendwelche lächerlich übertrieben Kopierschutzmaßnahmen, sondern um die künstliche Lautstärkenerhöhung mittels Loudness. Dieser Loudness War genannte Krieg der Studios geht nun bereits einige Jahre. Das Problem an der Geschichte ist, dass die Tonqualität zunehmend hörbar darunter leidet. Das jüngste Opfer ist besagtes Metallica Album, welches auch Zeitgleich als Download für Guitar Hero veröffentlicht wurde. Allerdings wurden für das Spiel die Master-Aufnahmen verwendet, und so ist die Tonqualität dort wesentlich besser. Tausende Metallica-Fans arbeiten nun fieberhaft daran, die Songs im Spiel 100%ig richtig zu spielen, um eine bessere Aufnahme zu bekommen. Wenn das kein Ansporn ist, Guitar Hero zu üben ;-).

(via Slashdot)

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Mehr Spielzeug!

Posted on September 19, 2008

Im Rahmen einer "ersetze etwas Altes durch etwas Neues"-Aktion haben mein alter iPod, mein altes Logitech 2.1 PC-Boxen-System und meine alte JVC Stereo-Anlage nun ihre Nachfolger gefunden. Der gute alte 20 Gig Apple MP3-Player konnte meinen Musikmassen leider nicht mehr genug Platz bieten, und auch der Akku wurde über die Jahre hinweg merklich schwächer.
Die Boxen von Logitech nervten mich schon immer mit ihrem basslastigen Klang und schwachen Höhen. Sicher, für PC Spiele ging es in Ordnung, aber in Sachen Musikgenuss waren sie kein Vergleich zu meinen an den Konsolen angeschlossenen Cambridge Soundworks Speakern.
Die JVC-Anlage hingegen ist zwar noch immer Klasse, zählt aber hier zum Kollateralschaden – Will ich nicht gerade CDs abspielen, erledigt das neue Gespann nahezu alle Aufgaben besser. Aber genug um den heißen Brei geredet. Es geht um diese beiden Schmuckstücke:

Kein UFO, keine Bombe, nur ein MP3-Player an einem Lautsprecher...

Kein UFO, keine Bombe, nur ein MP3-Player an einem Lautsprecher...

Einen 32 Gig iPod Touch der zweiten Generation, angedockt an ein B&W Zeppelin Lautsprecher-System. Der größte Vorteil des neuen iPod ist sein Verzicht auf eine Festplatte. Stattdessen arbeitet er mit Flash-Speicher, was ihn nicht nur unempfindlich gegen jedwede Bewegung macht, sondern insbesondere auch der Akkulaufzeit zugute kommt. Dass man damit auch noch im Internet surfen und einige Spiele zocken kann, versteht sich von selbst.

Der Zeppelin von Bowers&Wilkins dürfte jenen ein Begriff sein, welche in den vergangenen Monaten nach Lautsprechern für ihren iPod gesucht haben. Das unscheinbare Ding hat in der letzten Zeit die Konkurrenz von Bose uns Co. nicht einfach nur das fürchten gelehrt, sondern sie in den Tests schlicht deklassiert. Leider macht sich das auch im Preis bemerkbar, der ebenfalls oberhalb der Mitbewerber angesiedelt ist.
Ein weiterer Negativpunkt: Der Klang ist wirklich überragend. Ja, richtig gelesen: Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass bei weitem nicht alle Lieder meiner Musiksammlung in Top-Qualität vorliegen. Das MP3-Format zeigt hier selbst in höheren Bitraten noch seine Schwächen. Abhilfe schafft hier nur die Verwendung eines anderen, im Idealfall verlustfreien, Codecs. Dementsprechend arbeite ich derzeit daran, weiten Teilen meiner Musik ein Qualitäts-Upgrade zu verschaffen.
Kommen wir zum positiven: Der Klang ist, entsprechendes Quellmaterial vorausgesetzt, einfach atemberaubend. Die Tests in Online- und Printmagazinen übertreiben nicht: Selbst in Liedern, welche man seit Jahren zu kennen glaubte, bemerkt man plötzlich neue Details. Auch die Integration des iPod ist hervorragend gelöst – Einmal angedockt, erkennt er das System und ermöglicht eine Anpassung des DSP an den persönlichen Musikgeschmack. Ich kann das gute Stück nur jedem Besitzer eines Apple-Players ans Herz legen!

Kaum zu Glauben, wieviel Klang hier drinsteckt!

Kaum zu Glauben, wieviel Klang hier drinsteckt!

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Leipziger Allerlei

Posted on September 16, 2008

Wie all die Jahre zuvor, so waren der Herr von Timbuktu (welcher in Sachen Blog noch fauler ist als ich) und ich auch dieses Jahr im fernen Osten, um künftige Spiele unter die Lupe zu nehmen. Leider war die Messe dieses Jahr sehr enttäuschend für uns, denn fast alles, an dem wir Interesse gehabt hätten, gab es nur hinter verschlossenen Türen für die Presse zu sehen. Neben dem großartigen Eröffnungskonzert, welches diesmal erstmals von Video Games Live organisiert wurde, konnten uns nur Little Big Planet und die selbst im Messelärm hervorragend funktionierende Sprachsteuerung von Tom Clancy's Endwar begeistern.

Tommy Tallarico rockt mit dem Orchester das Halo Theme

Also haben wir uns eine andere Beschäftigung gesucht. Zwar war auch Rock Band 2 für uns unerreichbar im Pressecenter versteckt, aber EA war immerhin so nett uns mit einem Stand des Erstlings ein Betätigungsfeld zu anzubieten :):

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Im neuen Glanz…

Posted on September 15, 2008

Nachdem ich erst kürzlich einem guten Freund ein eigenes Blog eingerichtet habe, bin auch ich wieder auf den Geschmack gekommen, damit herumzubasteln. Es hat eine Weile gedauert, aber schlussendlich habe auch ich ein neues WordPress Theme gefunden, welches mir zusagt und meine Anforderungen erfüllt. Sicher, einige kleinere Modifikationen (.css anpassung, einbindung der Gamercard) waren noch notwendig, aber nun habt ihr das Ergebnis vor Euch.

Ich hoffe es gefällt :)

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Still Alive!

Posted on September 15, 2008

Erneut war es für einige Monate still auf dieser Seite. Ich versuche gar nicht erst, Euch zu belügen: Es war schlicht akute Faulheit. Zu schreiben hätte es eigentlich genug gegeben.

Meine Freizeit war in weiten Teilen geprägt von Rock Band, welches wir nun seit dessen erscheinen regelmäßig spielen. Nach meinen eher katastrophalen Anfängen in Guitar Hero 3 bin ich nun ein recht passabler Gitarrist/Bassist in Rock Band geworden. Hin und wieder versuche ich mich auch am Schlagzeug und Gesang, aber meine dortigen Leistungen als "mangelhaft" zu bezeichnen wäre wohl noch geschmeichelt ;).

In der Vergangenheit habe ich bereits öfters über die Tätigkeiten einiger ehemaliger Gamespot-Mitarbeiter geschrieben. Auch hierzu kann ich ein kurzes Update liefern: Während Alex Navarro den Sprung vom Kritiker zum Macher hingelegt hat, und nun Communityarbeit für Harmonix (die Entwickler von Rock Band) erledigt, haben Jeff Gerstmann und Ryan Davis ihre Spieleseite Giant Bomb mittlerweile gestartet. Ebenfalls an Bord sind ihre ehemaligen Kollegen Brad Shoemaker und Vinny Caravella.

Die von mir bereits damals angesprochene Communitymitarbeit geht weiter als vermutet, denn Giant Bomb ist nicht nur eine Spieleseite mit den üblichen Reviews, Foren, Videos und Podcasts, sondern darüber hinaus ein gewaltiges Wiki-ähnliches Projekt, bei dem jeder mithelfen kann. Ihr möchtet ein Review zu einem Spiel posten? Screenshots hochladen? Eine Beschreibung des Spiels, seiner Charaktere oder Spielkonzepte liefern? Das alles ist möglich! Ihr habt in einem Artikel einen Fehler entdeckt? Korrigiert ihn! Anfangs werden Eure Beiträge/Änderungen natürlich noch gegengelesen, um Vandalismus zu vermeiden. Wenn man aber erstmal eine gewisse Reputation genießt, dargestellt durch ein integriertes Punktesystem, könnt ihr euer Wissen direkt der Welt zugänglich machen. Und das ist noch nicht alles: Auch Hilfestellungen, Lösungen und Mods werden in Zukunft ihren Weg ins System finden. Durch die freiwillige Mitarbeit der Fans ist Giant Bomb auf diese Weise bereits jetzt zu einer der umfassendsten Spieledatenbanken der Welt angewachsen!

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