It’s like Mew!

Mew - And The Glass Handed Kites
Das Album mit dem zugegebenermaßen häßlichen Cover startet rockig-aggressiv mit einem Intro namens The Circuitry of the Wolf, einem Akustikstück mit treibendem Rhythmus, welches übergangslos im zweiten Song, Chinaberry Tree mündet. Übergangslos ist wörtlich zu nehmen, denn anders als beispielsweise bei einem Live-Album ist nicht immer klar ersichtlich, wann ein Song endet und der nächste beginnt. Themen überschneiden sich, Rhythmen wechseln fließend und kehren manchmal wieder – Die ganze LP wirkt bisweilen wie ein einziger langer Song.
Doch zurück zu Chinaberry Tree: Hier kommt Jonas Bjerre erstmals mit seiner unverkennbaren Stimme zu Einsatz, gerade lange genug, um einen ersten Eindruck von der eher finsteren Stimmung des Albums zu geben. Kaum aufbauender ist das folgende Why Are You Looking Grave, in dem Bjerre von J Mascis (Dinosaur Jr.) unterstützt wird.
Das gerademal ein-minütige Fox Cub legt mit seinen am Ende unnachgiebig beschleunigenden Drums den Grundstein für das schnellere Apocalypso, eines meiner Lieblingslieder von Mew.
Auch die beiden folgenden Songs, Special und Zookeepers Boy gehören zu meinen Favoriten und passen so hervorragend zueinander, dass selbst viele der Youtube-Videos beide Songs nur zusammen enthalten.
Weiter geht es mit A Dark Design, dessen Name Programm ist - Ausweglosigkeit ist hier das Thema. Es folgt Saviours of Jazz Ballet (Fear Me, December) welches aus zwei Teilen besteht, die einen netten akustischen Kontrast zueinander bilden.
In An Envoy to the Open Fields ist erneut der Gesang von Masics dabei, um einen Kontrapunkt zur hohen Stimme von Jonas Bjerre zu setzen. Small Ambulance ist hingegen wieder ein kurzes stilles Intermezzo, um dem flotteren The Seething Rain Weeps for You (Uda Pruda) den Weg zu bereiten.
Das folgende White Lips Kissed ist ein weiteres traurig-ängstlichen Lied und bildet mit dem einzigen für sich sehenden Song, Louise Louisa, den bittersüßen Abschluss des Albums.
And the Glass Handed Kites ist das vierte Album von den Dänen von Mew. Das dritte Album Frengers habe ich bereits hier versucht Euch näherzubringen. Bald wird wohl auch etwas über das fünfte Album mit dem leicht merkbaren Namen No More Stories / Are Told Today / I'm Sorry / They Washed Away / No More Stories / The World Is Grey / I'm Tired / Let's Wash Away hier zu finden sein. Dort geht es wieder etwas fröhlicher zu
9 – Der Soundtrack
Frisch bei iTunes gesehen und direkt zugeschlagen: Der Soundtrack zu 9 von Danny Elfman und Deborah Lurie. Der am 9. September erscheinende Film basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm von Shane Acker, der bereits 2005 erschien und für einiges Aufsehen sorgte. Shane Acker gehört auch bei der Neuverfilmung zu den kreativen Köpfen hinter dem Projekt, bekommt diesmal allerdings Unterstützung von niemand geringerem als Tim Burton, der bei diesem Film voll in seinem Element ist.

Das Filmplakat von 9
Es verwundert kaum, dass Danny Elfman am Score zum Film beteiligt ist, arbeiten Burton und er doch bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen (beispielsweise bei Corpse Bride, Edward Scissorhands, Nightmare Before Christmas). Neu im Bunde ist diesmal Deborah Lurie, die zwar schon an einigen Soundtracks beteiligt war, aber sich bisher eher im Hintergrund hielt.
Schon beim ersten Reinhören wird klar, dass es sich auch diesmal weitgehend um eine klassische Elfman Komposition handelt. Die düster-märchenhaften Klänge, die zum Markenzeichen seiner Arbeiten für Burton geworden sind, sind natürlich auch auf diesem Album vertreten. Dazu gesellen sich in einigen Tracks Melodien, die man sonst eher in seinen Superhero-Werken wie Spiderman, Hulk oder Tim Burtons Batman vermuten würde. Auch klingen einige Passagen ungewohnt John Williams inspiriert – Möglicherweise zeigt sich hier der Einfluss von Lurie.
Wenn man dem Soundtrack eines vorwerfen kann, dann seine Länge von gerademal 43 Minuten. Da allerdings auch der Film nur knappe 80 Minuten lang ist, ist das verständlich.
Zur Wiedergutmachung wurde das im Trailer so passend eingesetzte Welcome Home von Coheed and Cambria mit auf das Album gepackt. Eine nette Geste, insbesondere da es vorher nicht im iTunes Store erhältlich war. Ich freue mich schon auf den Film!
Sei Unsichtbar
Erneut ist es an der Zeit, in wenig in der Vergangenheit zu schwelgen. Diesmal geht es um die traditionsreiche Tenchu-Videospielreihe, welche neben Metal Gear und Thief das Schleichgenre ins Leben rief.

Rikimaru und Ayame
Die Geschichte von Tenchu spielt im feudalen Japan, wo sich verschiedene Lords um Reichtum und Macht balgen. Der Spieler verkörpert Rikimaru und Ayame, die beiden letzten überlebenden Ninja des Azuma Clans. Sie dienen dem großherzigen Lord Gohda als Augen und Ohren, dessen oberstes Ziel es ist, Verbrechen und Korruption in seinen Ländereien ein Ende zu setzen. Und so erfüllt man aus der Verfolgerperspektive verschiedene Aufträge, von Spionage über Sabotage bis hin zu Auftragsmorden.

Der direkte Weg wäre tödlich
Das klingt allerdings actionreicher als es letztendlich ist, denn unentdeckt zu bleiben hat oberste Priorität. Es kann durchaus schonmal vorkommen das man einige Minuten im Schatten wartet, bis der Weg zum Ziel frei ist oder man unentdeckt eine Wache zu beseitigen vermag. Nur wer aus dem Verborgenen zuschlägt und seine Hilsmittel (darunter Kletterhaken, Wurfsterne, Rauchbomben und vergiftete Reisbällchen) weise einsetzt, bekommt am Ende der Mission den begehrten S-Rank, die höchste Leistungsbewertung des Spiels.
Man klettert über Dächer, schleicht durch die Schatten, springt rasch in Gebüsche, und behält die Patrouillewege der Wachen dabei stehts im Auge. Denn ein einziger Fehltritt, eine schreiende Wache, und man startet den Abschnitt am besten von vorn. Denn in der direkten Konfrontation zieht man in der Regel den kürzeren.
Doch man wäre kein Ninja, wenn man es auf eine solche ankommen ließe. Möchte man sich einer Person entledigen (und das möchte man oft), sind List und Tücke die Mittel der Wahl. Hier einen Wachhund mit Gift schlafen legen, dort ungesehen eine Geisha aus dem Haus locken, dann eine Patrouille abwarten, den Kletterhaken benutzen und schon ist man auf dem Dach des Hauses, in dem man den verräterischen Händler wähnt, der das Ziel ist. Jetzt nur noch leise durch das Dachfenster eindringen, über das Gebälg schleichen und schon ist man knapp drei Meter über dem Opfer...
Natürlich war das jetzt sehr vereinfacht dargestellt, aber das ist die Art, wie die Missionen etwa ablaufen.

Rikimaru entledigt sich einer Wache
Grafisch wurde bei Tenchu seit jeher nur unteres Mittelmaß geboten, und auch die künstliche Intelligenz der Gegner ist gelinde gesagt katastrophal. Das Spielsystem, nicht Realismus steht hier im Vordergrund. Da kann es schon einmal passieren, dass eine Wache den tot zu Boden sinkenden Körper seines (kaum einen Meter entfernten) Kameraden nicht wahrnimmt. Auch die Kamera und Steuerung haben manchmal ihre Macken, letzteres trifft leider besonders stark auf die ansonsten recht gelungene Wii Version zu. Positiv hervorzuheben ist die Musik, die hervorragend zur Atmosphäre der Spiele passt.

Ayame beobachtet unbemerkt einen Gardisten
Alles in Allem weckt Tenchu in mir gemischte Gefühle: Auf der einen Seite liebe ich die Geschichten um Ayame und Rikimaru und das Spielsystem. Auf der anderen Seite könnte man technisch so viel mehr herausholen. Gerade weil das feudale Japan, seine Architektur und Stimmung noch ein sehr unverbrauchtes Szenario in Spielen ist... Naja, man kann ja noch hoffen.
So, ich gehe jetzt weiter S-Ranks sammeln