Mein kleines Motorstorm Review

Motorstorm gehört zu den Spielen, die bereits mit ihrer ersten Vorstellung die Gemüter spalteten. Nach einer pompös in Szene gesetzten Pressekonferenz während der E3 2005 rund um die Hardwarepower der PS3 war das Target-Render von Motorstorm neben dem Killzone 2 Trailer das Gesprächsthema Nummer 1 unter den Sonyfans. Der Trailer des Rennspiels vermittelte ein Gefühl von Spaß, Geschwindigkeit, Action und vor allem Aggression, wie man es aus Spielen wie Burnout kennt. Dazu kommt das, was den Evolution Studios, den Machern des Spiels, ihren guten Ruf beschert hat – Dreck und Matsch. Denn Evolution begeisterte bisher mit ernsthaften Rallyspielen. Ein weiteres unikum war die Auswahl der teilnehmenden Fahrzeuge. Anstatt nur auf eine Art von Fahrzeugen, wie beispielsweise Rallywagen beschränkt zu sein, fahren hier unter anderem auch Renntrucks, Jeeps, ATVs, Quads und Motorräder gegeneinander!

Motorstorm gehört zu den Spielen, die bereits mit ihrer ersten Vorstellung die Gemüter spalteten. Nach einer pompös in Szene gesetzten Pressekonferenz während der E3 2005 rund um die Hardwarepower der PS3 war das Target-Render von Motorstorm neben dem Killzone 2 Trailer das Gesprächsthema Nummer 1 unter den Sonyfans. Der Trailer des Rennspiels vermittelte ein Gefühl von Spaß, Geschwindigkeit, Action und vor allem Aggression, wie man es aus Spielen wie Burnout kennt. Dazu kommt das, was den Evolution Studios, den Machern des Spiels, ihren guten Ruf beschert hat – Dreck und Matsch. Denn Evolution begeisterte bisher mit ernsthaften Rallyspielen. Ein weiteres unikum war die Auswahl der teilnehmenden Fahrzeuge. Anstatt nur auf eine Art von Fahrzeugen, wie beispielsweise Rallywagen beschränkt zu sein, fahren hier unter anderem auch Renntrucks, Jeeps, ATVs, Quads und Motorräder gegeneinander!

Ein Jahr später, auf der E3 2006, hatte Sony einen deutlich schlechteren Stand. Die Presseveranstaltung dieses Jahres schwankte zwischen lächerlich und katastrophal, während die Konkurrenz in Form von Nintendo und Microsoft ein Ass nach dem Anderen aus dem Ärmel zog. Diverse vorausgegangene Newsmeldungen über gestrichene PS3 Funktionen machten Phil Harrisons Auftritt auch nicht einfacher. Motorstorm war in diesem Jahr spielbar, jedoch grafisch Welten vom 2005er Trailer entfernt. Die Entwickler verwiesen auf das frühe Entwicklungsstadium der dort gezeigten Version und sprachen über weitere für das Spiel geplante Funktionen. Fahrzeug Customization (für jedes Fahrzeug sollten bis zu 150 Austauschbare Teile existieren), verschiedene wählbare Spielcharaktere (wurden recht schnell wieder aus dem Konzept gestrichen) und Live-Fi. Letzteres klang besonders interessant: Die Musik des Spiels sollte nicht einfach abgespielt werden, sondern aus in den Levels verteilten Lautsprechern ertönen, um via Hall und Verzögerung eine Live Atmosphäre zu schaffen. Das ganze sollte auch mit eigener Musik funktionieren. Leider wurde auch dieses Feature gestrichen, der entsprechende Soundfilter kommt allerdings im Hauptmenü des Spiels noch zum Einsatz. Womit wir endlich beim Spiel selbst wären:

Der erste Start:
Nach dem Intro des Spiels fällt als erstes die extreme Optionsarmut auf. Neben der Sprache und der Lautstärke von Sound und Musik kann man nur noch die bevorzugte Steuerung wählen: Möchte man lieber mit X und Quadrat beschleunigen/bremsen, oder die besonders bei 360 Titeln bevorzugte Variante mit dem linken und rechten Trigger verwenden. Dazu lässt sich das Lenken per Bewegungssensor Ein-/ und Ausstellen.

Singleplayer:
Wählt man den Einzelspielermodus, wird man zuerst in das Ticketsystem eingewiesen: Für jedes der Events gibt es ein Ticket, unterteilt in bis zu vier Rennen. Schließt man ein Rennen unter den ersten drei ab, bekommt man Punkte und schaltet damit weitere Tickets und Fahrzeugskins frei. Ein handelsübliches Quick-Race, bei dem man Strecke und Fahrzeug festlegt und losdüst existiert nicht. Beim ersten Ticket hat man noch eine vollständige Wahl der Waffen – Jeder der sieben Fahrzeugtypen kann gewählt werden. Bei den späteren Rennen ist man meist auf einen Typ festgelegt und fährt gegen ein bestimmtes Fahrerfeld.

Im Rennen selbst angelangt fällt zunächst die hübsche Grafik auf. Zwar reicht sie noch immer nicht an den 2005er Trailer heran, ist jedoch deutlich besser als das, was letztes Jahr auf der E3 zu sehen war und gehört derzeit sogar zum besten, was die PS3 vorzuzeigen hat. Der Schlamm sieht während der Fahrt klasse aus, die Texturen sind größtenteils detailliert und hochauflösend. Anisotropes Filtering sorgt für die nötige klare Weitsicht. Gerade aufgrund dieser klaren Sicht fällt jedoch etwas anderes auf – Stellenweise sprießt hundertfach der immer gleiche 2D Strauch vor einem aus dem Boden. Fährt man Kurven, dreht er sich wie zu Doom-Zeiten einfach mit. Das muss heute eigentlich nicht mehr sein. Die Framerate bleibt in der Regel konstant, nur bei den Starts und größeren Crashs sinkt sie kurzzeitig. Allerdings sind die Einbrüche niemals in einem spielbeeinträchtigenden Ausmaß.

Der Sound ist recht knackig, die Musik passt zum Spiel und treibt einen vorwärts, etwas besonderes sucht man im Audiobereich allerdings vergeblich. Das Live-Fi Feature hätte hier vielleicht noch etwas zur Atmosphäre beitragen können.

Jedes der Fahrzeuge steuert sich so, wie man es erwarten würde, auch Einsteiger dürften sich hier schnell zurechtfinden. Neben dem üblichen Gasgeben/Bremsen/Handbremse-Trio gibt es noch den Boost. Dieser ist prinzipiell zwar unbegrenzt verfügbar, treibt jedoch die Motorhitze in die Höhe, was nach einem kurzen Warnton zur Explosion des Fahrzeugs führt. Man sollte ihn also besser taktisch einsetzen – In Kombination mit der Handbremse lassen sich beispielsweise enge Kurven zügiger nehmen. Apropos Explosion: Zerstörte Fahrzeuge gehören zu den Highlights des Spiels. Crasht der Spieler oder explodiert wegen des Boosts, wird das Fahrzeug in bester Burnout-Manier in Zeitlupe via Havok Physics in seine Einzelteile zerlegt. Mit der Zeit nutzt sich der Effekt trotz aller Eleganz allerdings ab, und man beginnt sich einen Button zu wünschen, um ihn zu Überspringen oder dauerhaft abzuschalten.

Hat man einige Rennen mit verschiedenen Fahrzeugtypen absolviert, merkt man erst wie viel Mühe sich Evolution Studios gegeben hat, jede Klasse konkurrenzfähig zu halten. Diese Balance erreichte man, indem man auf jeder der acht Strecken verschiedene Wege integrierte. Quads und Motorräder begeben sich hier öfters mal in die Berge und auf entlegene Rampen, anstatt im tiefen Schlamm neben den Renntrucks zu fahren, gegen welche sie in diesem Gelände unterlegen wären. Die Trucks hingegen graben den Matsch mit hoher Geschwindigkeit um als wäre er nicht vorhanden, was das Gelände für die nachfolgenden Fahrzeuge noch unzugänglicher macht.
Generell ist das Streckendesign sehr gelungen und fordert dem Fahrer einiges ab. Langweilige Passagen gibt es keine, und jedes bischen unaufmerksamkeit kann in einem Crash enden. Gerade in den kleineren Fahrzeugen muss man höllisch auf Steine und Streckenunebenheiten achten, um nicht in Einzelteilen durch die Luft zu fliegen.

Wie bei Burnout muss man auch hier die Waage zwischen ordentlichem Fahren und unfairness den Gegnern gegenüber wahren. Perfektes Fahren allein führt nur selten zum Sieg. Vielmehr muss mit allen Mitteln gekämpft werden, sei es abdrängen in einen Felsen oder ein einfacher Faustschlag gegen den zum überholen ansetzenden Motorradkollegen.

Multiplayer:
Die Balance der Vehikel spiegelt sich auch im Onlinerennen wieder, das übrigens erstaunlich Lagfrei verläuft. Während in vielen anderen Spielen ein bestimmtes Fahrzeug die Onlinematches klar dominiert, ist hier das Fahrerfeld wirklich über alle Klassen verstreut. Als Nutzer von Xbox Live fiel mir jedoch negativ auf, dass praktisch niemand Voice Chat nutzt. Das mag zwar Manche nicht stören, aber wenn man gewohnt ist mit seinen Gegnern zu reden kommt einem das Onlinezocken auf der PS3 doch sehr einsam vor und der Multiplayer-Mode verkommt zu einem Beinahe-Singleplayer, bei dem die Gegner Namen über ihren Fahrzeugen haben. Das ist allerdings eher Sony anzukreiden, die es versäumten der PS3 ein Headset beizulegen, und nicht dem Spiel. Das Online-Rankingsystem weist noch einige Bugs auf, aber da mittlerweile bereits zwei Patches erschienen sind vermute ich mal, dass sich jemand darum kümmern wird.

Auch das fehlen eines Splitscreen Multiplayermodes ist imho unentschuldbar. Sowas ist einfach Genrestandard.

Bugs:
Während meiner bisher 15 Stunden Spielzeit sind mir auch einge Bugs aufgefallen: Hin und wieder passiert es, das man trotz perfektem Anfahrwinkel auf eine Rampe einfach an deren Beginn explodiert. Anfangs schob ich das auf mein Motorrad, das möglicherweise mit dem Übergang auf die Rampe Probleme hat. Mittlerweile jedoch ist mir selbiges auch schon bei den anderen Fahrzeugklassen passiert. Auch die überall auf den Strecken verteilten Objekte wie Autowracks, Fässer und Bretter verhalten sich stellenweise seltsam und bleiben in den Fahrzeugen stecken und machen sie bisweilen Manövrierunfähig. Letzteres passierte mir allerdings nur selten. Nichtsdestotrotz hoffe ich auf einen Patch.

Fazit:
Motorstorm ist im Singleplayer ein klasse Arcaderacer für zwischendurch, dem es allerdings an Langzeitmotivation mangelt. Zwar ist es beachtlich, wie viele unterschiedliche Events Evolution aus nur acht Strecken gezaubert hat. Auch für die so oft erwähnte Balance verdienen sie ein dickes Lob. Der Mangel an essenziellen Optionen hingegen ist so konsequent, dass man versucht ist zu glauben, man habe einen Spielautomaten vor sich. Dennoch hat mich das Spiel mehr gefesselt, als ich angenommen hätte.