Akustischer Schneesturm

Echoes of War

Blizzard hat im Laufe der vergangenen Jahre nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl an Spielen veröffentlicht. Die bekanntesten Serien des Developers sind zweifelsohne Diablo, Starcraft und Warcraft samt dessen MMO Ableger. Im Rahmen dessen sind auch viele unvergessliche Soundtracks entstanden – Was liegt also näher, als sich mit einem Orchester zusammenzutun und einige der beliebtesten Stücke neu aufzunehmen? Die Wahl fiel auf das in Sydney beheimatete Eminence Orchestra, dass sich schon vor Jahren auf die Umsetzung von Spielesoundtracks spezialisiert hat und einige der schönsten Variationen bekannter Songs beigesteuert hat. Als Beispiel sei hier das Metal Gear Solid Theme genannt:

[youtube ZfKA4b5SFq4]

Aber nun genug der Hintergründe, kommen wir zur CD: Die Tracklist liest sich wie ein Auszug aus Blizzards Portfolio, nahezu alle Fan-Lieblinge sind vertreten und erklingen in neuem orchestralen Glanz. Die Umsetzung ist durchweg gelungen, überrascht jedoch stellenweise bei der Wahl der Instrumente. Insbesondere beim Terran Theme aus Starcraft war für mich der Einsatz der Bläser etwas unerwartet, da das Original eher nach Synthie und Gitarre klingt. Hier bedurfte es ein wenig Eingewöhnung, mittlerweile finde ich es aber sehr passend. Neben den Themen der drei Rassen des SciFi-Epos findet sich auch ein Ausblick auf Starcraft 2 auf der Scheibe wieder. Als besonderes Schmankerl gibt es auch einen Track aus dem gecancelten Starcraft Ghost.

Die Songs aus Diablo 2, Warcraft 3 und WoW hingegen hingegen bieten wenig Grund zur Beanstandung, aber auch wenig Überraschung – Schließlich wurden sie von vornherein für ein Orchester konzipiert und klingen den Versionen aus den Spielen teilweise zum verwechseln ähnlich. Auch Diablo Fans können sich über einen Bonus-Track freuen: Legacy of Terror stammt aus dem kommenden Sequel der Serie.

Zu guter letzt haben zwei Gastkomponisten eigens für die Compilation je einen Song beigesteuert. Last Angel von Ladybird Moai ist ein ruhiges tragisch-mysteröses Stück. Auf der Basis von Piano und Geige entfaltet die Sängerin ihre mächtige Stimme – So weit jedoch, dass einem die Ohren bluten. Dies ist der einzige Track des Albums, den ich öfters mal überspringe…

Der letzte Song des Albums wurde von Diablo inspiriert und stammt von einem alten Bekannten des Orchesters: Children of the Worldstone wurde von Kow Otani geschrieben, der bereits für seinen Soundtrack von Shadow of the Colossus mit den Australiern zusammengearbeitet hat:

[youtube x-g1ncoKihw]

Wenn man mit der Musik der Blizzard Spiele etwas anfangen kann, ist der Kauf des Albums nichts, worüber man groß nachdenken sollte. Einfach kaufen und genießen. Ohne den Nostalgie- und Fan-Faktor sollte man allerdings erstmal reinhören.