Not so horrible

Dr. Horrible’s Sing-Along Blog Cover
Dr. Horrible’s Sing-Along Blog Soundtrack

In diesem Posting geht es um Musik, genaugenommen um den Soundtrack eines Musical-Films. Manch einer mag jetzt denken: „Oh mein Gott, was ist denn das schon wieder?“ oder „Musical? Was ist denn in dich gefahren?“

Diesen Teil meiner Leser verweise ich auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel, denn hier soll es nur um die Musik des Projektes gehen. Zusätzlich sei erwähnt, dass ich ein großer Fan von Joss Whedons Serien bin. Dazu zählt auch die ähnlich gelagerte und mit Lob überhäufte Buffy-Folge Once More, with Feeling. Aber genug der Erklärungen, kommen wir zurück zu Dr. Horrible’s Sing-Along Blog.

Joss Whedon hat hier wiedereinmal sein erstklassiges Händchen bei der Auswahl seiner Hauptdarsteller (und damit Sänger) bewiesen. Zu Nathan Fillion, der bereits bei Buffy und Firefly mit ihm zusammengearbeitet hat, gesellen sich Neil Patrick Harris (ehemals als Doogie Howser ein gefeierter Kinderstar und nun in How I Met Your Mother zu sehen) und die hinreißende Felicia Day. Letztere ist durch ihre selbstproduzierte Online-Sitcom „The Guild“ insbesondere MMO-Spielern ein Begriff.

Die Story des Musicals dreht sich um den Aufstieg des titelgebenden Superbösewichts Dr. Horrible. Angeheizt wird die Situation dadurch, dass die sozial engagierte Penny, in die er insgeheim verliebt ist, durch einen unglücklichen Zwischenfall mit seinem Erzfeind, Captain Hammer, zusammenkommt. Auf den ersten Blick ein Superheld wie er im Buche steht, offenbart sich dem Zuschauer/Zuhörer schnell sein wahres inneres: Überheblich und Elitär-Narzisstisch.
An dieser Geschichte hangeln sich die 14 verschieden Songs elegant entlang und geben zugleich einen tieferen Einblick in den Charakter aller Beteiligten, bis es zum finalen Showdown zwischen Hammer und Horrible kommt.

Das gesamte Album ist ein unbeschreiblicher Ohrwurm, und ständig ergeben sich für mich neue Situationen, die mir den einen oder anderen Titel ins Gedächtnis zurückrufen. Wenn mir jemand auf die Nerven geht, so ist das beispielsweise „Brand New Day“. In diesem Titel lässt Dr. Horrible seiner Wut gegen Captain Hammer erstmals freien Lauf und verkündet dessen Ende, nachdem er zuvor von ihm vor Pennys Augen gedemütigt wurde:

[…]
It’s a brand new day
And the sun is high
All the birds are singing
That you’re gonna die
[…]

Aber das beschränkt sich, wie bereits geschrieben, nicht nur auf dieses Lied. Jeder der Songs bleibt im Gedächtnis und scheint nur darauf zu warten, sich in der passenden Situation wieder ins Gedächtnis zu rufen. Ein weiteres Beispiel gefällig? Ich schreibe diesen Beitrag, weil es in meinem Kopf tönt:

[…]
A man’s gotta do what a man’s gotta do
Don’t plan the plan if you can’t follow through
all that matters: taking matters into your own hands
[…]

Wuaaaaah… Hilfe, ich werde es nicht los. Aber vielleicht hilft es ja, andere damit zu infizieren, ähnlich wie es bei The Ring möglich zu sein scheint, den Fluch weiterzugeben, indem man eine Videokassette für andere kopiert… Also bitte, kauft das Album!

Jetzt in Ihrem Kino…

In den letzten Monaten bin ich gleich in den Genuss zweier toller Filme gekommen: Juno und Iron Man. Bei Juno handelt es sich um eine kurzweilige Mischung aus Drama und Komödie. Die Story dreht sich um die 16-jährige Juno, die ungewollt schwanger wird. Nach reichlichen Diskussionen mit ihren Eltern beschließt sie, das Kind auszutragen, um es dann zur Adoption freizugeben. Mehr möchte ich über den Film eigentlich nicht schreiben – Schaut ihn Euch an! Dass der Film zwar für vier Oscars nominiert wurde, aber nur einen davon gewann, ist eigentlich eine Schande. Gerade Ellen Page, die Darstellerin der Juno, hätte den kleinen goldenen Kerl mehr als verdient.

[youtube g9pPBwWx9_g]

Iron Man hingegen ist ein klassischer Superheldenfilm, der sich durch seinen unkonventionellen Helden (hervorragend gespielt von Robert Downey Jr.), seine relativ unverbrauchte Geschichte und nicht zuletzt seinen cleveren Humor von der aktuellen Welle an Comic-Verfilmungen abzusetzen vermag. Dass die Effekte rundum gelungen sind, muss man bei diesem Genre wohl nicht extra erwähnen.

[youtube PVv9GKeuxGY]

Random Stuff

Musik:
Durch Guitar Hero 3 bin ich auf das Album Sam’s Town von The Killers aufmerksam geworden. Ihr Stil schwankt irgendwo zwischen Rock und Britpop, beides eigentlich nicht mein Genre. Aber irgendwie gefiel es mir doch gut genug, um das Album bei iTunes zu kaufen. Des Weiteren finden sich momentan die Soundtracks von Shadow of the Colossus und The Kingdom in meinen Playlists. In den kommenden Wochen erwarte ich gespannt die Veröffentlichung des neuen Albums der Black Mages.

Filme:
Auch wenn ihr den Film vielleicht bereits als Directors Cut auf DVD besitzt – Blade Runner Final Cut auf Blu-ray muss man als Fan des Films besitzen. Nicht wegen der paar umgeschnittenen Szenen – Nein die Bildqualität an sich ist einfach so unglaublich viel besser. Was hier an Restaurationsarbeit geleistet wurde, lässt selbst Star Wars alt aussehen. Einfach wow!

Web:
Mit GameSpot geht es weiter bergab. Nach Frank Provo, Alex Navarro und Jeff Gerstmann haben nun auch Ryan Davis und Jason Ocampo das Team verlassen. Langsam muss ich mir wohl wirklich eine neue Game-Site suchen 🙁

Cloverfield

Gerade gesehen: Cloverfield, der neue Film von J.J. Abrams, dem Schöpfer von Lost. Wer noch nichts von dem Film gehört hat, findet hier den Trailer (oder direkt bei Universal in HD). Da man sich im Vorfeld bemüht hat, keine Details über den Film an die Öffentlichkeit zu lassen, werde auch ich hier kein Spielverderber sein. Nur soviel sei gesagt:
Auch wenn die permanent wackelnde Handkamera-Optik recht anstrengend ist, so hat sie dennoch ihren Reiz seit Blair Witch nicht verloren. Der Zuschauer ist stets mitten im Geschehen, hat aber niemals den vollen Überblick über die Situation, in der die Charaktere sich gerade befinden. Und gerade das hilft dem Film, seine spannende und stellenweise bedrückende Atmosphäre aufzubauen. Roland Austinat hat den Film in seinem Blog passend beschrieben, und dabei belasse ich es auch. Von mir eine 8/10 – Anschauen ist Pflicht, wenn man solche Filme mag. 🙂

P.S.: Vor Betrachtung des Films vielleicht noch interessant: Die Drei Viral-Newssendungen zum Film. Hier sind sie gesammelt in einem Clip zu finden.

Neues vom Alice-Film

Dass für mich American McGee’s Alice zu den besten Spielen aller Zeiten gehört, ist kein Geheimnis. Auch dass schon länger ein Film zum Spiel (mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle) geplant war, hat man schon öfters gelesen – Sogar in jüngsten Interviews mit McGee selbst wurde der Pre-production-Status bestätigt. Sogar für mich neu ist allerdings, dass SMG selbst nun offenbar im Besitz der Filmrechte für Alice ist. Dem Interview auf SciFi.com zufolge scheint sie, trotz Rückschlägen, sehr daran interessiert zu sein den Stoff letztendlich auf Zelluloid zu bannen:

„[…] We got the rights to it, and Universal wound up getting really excited and put a lot of money into it, and then it’s the usual story. There was a regime change.“

But Gellar said that she hasn’t given up on developing the game as a movie. „It’s still my project, and I’m still working diligently. So to all those Alice fans, I’m not giving up. Because I believe there is such a beautiful, crazy, cool, twisted story to be told there.“

Calling the movie „the frustration of my life,“ Gellar joked: „I’ll do it if I have to get down and write it myself one of these days. I may have to.“