Schräge Töne, hohe Stimmen

Album Cover
Mew - Frengers

Wie bereits angekündigt folgt hier das Posting über Mews Album Frengers: Not Quite Friends But Not Quite Strangers von 2003. Ihre Musik lässt sich am Besten als Indie-Rock einordnen, der durch den Falsettgesang von Frontmann Jonas Bjerre geprägt wird. Erstmals wurde ich Ende Juni auf die Dänen aufmerksam, als sie NIN bei ihrem Konzert als Vorgruppe dienten. Insbesondere das letzte dort gespielte Lied, das 9-minütige Comforting Sounds, hatte es mir angetan und führte letztendlich zum Kauf des Albums.

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Frengers ist zwar bereits das dritte Album der Band, enthält aber aufgrund der limitierten Verfügbarkeit der ersten Beiden und eines Labelwechsels primär Neuaufnahmen älterer Songs. Doch das ist zumindest für mich als Mew-Neuling kein Problem, zudem die Zusammenstellung wirklich gut harmoniert. Wirkliche Durchhänger oder Füllmaterial gibt es nicht, jedes der Lieder passt auf seine Weise zum Gesamtkonzept des Albums. Neben dem bereits erwähnten Comforting Sounds haben sich auch 156 und Symmetry Ohrwurm-artig in mein Gehör eingebrannt.

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Hört doch einfach mal rein – Vielleicht findet ja auch ihr gefallen an der Musik der Dänen.

Mobiler Klanggenuss

TripleFi 10 Pro ist der Name der In-Ear Kopfhörer, welche ich mir vor nun genau einem Monat zugelegt habe. Der Hersteller, Ultimate Ears, ist dafür bekannt klanglich keine halben Sachen zu machen – Allerdings gilt das gleiche auch für den Preis ihrer Produkte. Das Besondere an den TripleFi sind die drei Membranen, die in jedem der Stöpsel innewohnen. Je eine für Tiefen, Mitten und Höhen, seperat optimiert für den perfekten Klang. Und das hört man auch, entsprechende Musik vorrausgesetzt. Denn ähnlich wie beim Zeppelin sind die Qualitätsunterschiede verschiedener Bitraten von Audiodateien stellenweise sehr deutlich wahrzunehmen. Generell würde ich die TripleFi 10 in eine ähnliche klangliche Kategorie stecken wie die iPod-Lautsprecher von B&W, mit dem Unterschied das den In-Ears natürlich die räumliche Tiefe fehlt. Will man aber den reinen neutralen Studioklang im Ohr haben, gibt es nur wenige Ohrhörer die in der gleichen Liga spielen, wenn man den Reviews glauben schenken mag. Wie bereits erwähnt ist das Vergnügen nicht gerade günstig, und das ist auch der einzige große Nachteil der mir bisher dazu aufgefallen ist. Oh, und sie sind nur in einer einzigen Farbe erhältlich: Blue Metallic.

Ultimate Ears TripleFi 10
Nicht die Schönsten, aber mit die Besten

Der Klang, der Tragekomfort, die Verarbeitung, das Zubehör – Alles ist auf sehr hohem Niveau. Wenn ihr gerade etwas Geld übrig habt und wirklich erstklassigen Sound unterwegs wollt, kann ich Euch die Stöpsel guten Gewissens ans Herz legen. Aber vergesst nicht, Eure Musiksammlung vorher auch auf eine entsprechende Qualität zu bringen. 😉

Random Stuff #3

Musik:
Am 29. Juni war es endlich soweit – In der Philipshalle in der Nähe von Düsseldorf besuchte ich mit einer Freundin das von mir lange herbeigesehnte Konzert der Nine Inch Nails. Aufgrund meiner bereits über die offizielle Bandwebsite gesicherten Tickets war schon der Einlass ein Traum – Freie Platzwahl war hier durchaus wörtlich zu nehmen. Auch das Konzert selbst enttäuschte nicht: Die Band wie auch die Zuschauer waren in Hochform, die Atmosphäre unbeschreiblich. Man konnte förmlich spüren, dass die Band ihren Spaß hatte. Auch die Setlist war phantastisch gewählt, darunter sogar einige sehr selten live gespielte Publikumsfavoriten. Zusammenfassend kann ich das Konzert nur als WHOOOOW!!! beschreiben! Ich wäre am liebsten noch auf das am nächsten Tag folgende Konzert in Berlin gegangen. Schade das es mit dem Ende der Tour vorerst vorbei sein wird mit NIN. Nicht ohne Grund war der Name der Tour „Wave Goodbye“…
In direktem Zusammenhang damit steht eine Gruppe, deren Songs ich derzeit öfter höre: Mew. Diese waren die Vorgruppe beim Konzert und haben mir gut genug gefallen um mir eines ihrer Alben bei iTunes zu kaufen. Mehr dazu folgt demnächst in einem eigenen Posting.

Games:
In den letzten Tagen habe ich inFamous durchgespielt, ein Open-World-Superhelden-Action-Adventure für Sonys PS3. Neben der Musik, die ich bereits hier ausführlich besprochen habe, wusste auch die Story zu gefallen, welche passenderweise in kurzen Comic-artigen Sequenzen erzählt wird. Insbesondere das Ende hat es mir angetan. Nicht ganz so gelungen sind die sich wiederholenden Sidequests und die stellenweise etwas lieblose Grafik. Dennoch ist inFamous ein tolles Spiel, das man sich als PS3-Besitzer auf jeden Fall einmal ansehen sollte.

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Dazu habe ich ein wenig Punch-Out!! auf der Wii gezockt, ein Remake eines NES-Klassikers. Gesteuert wird ganz im Sinne des Originals per Steuerkreuz und zwei Buttons – Wildes Schattenboxen mit der Wiimote ist zwar optional ebenfalls möglich aber wenig empfehlenswert, da einfach zu träge und unpräzise. Im Gegensatz zu anderen Boxgames wie beispielsweise EA’s Fight Night Serie steht der Spaß im Vordergrund – Realismus sucht man hier vergeblich. Ziel des Spiels ist es, Boxkämpfe mit dem Newcomer Little Mac zu bestreiten und natürlich zu gewinnen. Dabei tritt er gegen allerhand skurriler Gegner an, die jeweils eine bestimmte Schwachstelle haben, die es zu finden und auszunutzen gilt. Nicht selten wirkt das Spiel deswegen eher wie ein Puzzlegame als ein Actiontitel.

Filme:
Im Kino gab es zuletzt Ice Age 3 zu sehen, der mir nach dem etwas schwächeren zweiten Teil wieder sehr gut gefiel. Dazu handelte es sich um eine Vorstellung in 3D: Der Sprung den die Technik hier seit den alten Rot/Grün-Brillen gemacht hat ist ohne Zweifel beachtlich. Ich bin schon sehr auf Pixars UP gespannt, welcher (wie wohl alle kommenden Animationsfilme) ebenfalls in 3D zu sehen sein wird. Heute Abend geht es in Harry Potter and the Half-Blood Prince. Da ich die Bücher nicht gelesen habe bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

Kryptographie:
Nachdem mir Bruce Schneiers erstes Buch, Applied Cryptography, schon hervorragend gefallen hat und ich auch sein Blog regelmäßig lese, war es unumgänglich mir im Anschluss auch sein zweites Buch, Secrets and Lies, zuzulegen. Es ist beeindruckend, wie locker er mit dem Thema umzugehen vermag. Sachliche Artikel und humorvolle Beispiele gehen fließend ineinander über und veranschaulichen die Probleme auf äußerst unterhaltsame Art.
Seit einigen Wochen verschlüssele ich nun mein MacBook Pro mit PGP Whole Disk Encryption und bin erstaunt, wie wenig Ressourcen AES-256 auf einem halbwegs aktuellen Computer bindet. Im normalen Arbeitsalltag ist nichts davon zu merken, und selbst Spiele büßen kaum an Geschwindigkeit ein. Einzig Festplattenintensive Anwendungen wie Final Cut werden wie erwartet spürbar langsamer. Neben der erhöhten Sicherheit gegenüber Filevault (welches nur das Home-Verzeichnis verschlüsselt) arbeitet WDE auch problemlos mit Time Machine zusammen, was es noch reizvoller erscheinen lässt. Wenn ihr viel mit eurem Laptop unterwegs seid und darauf Daten habt, die ihr auf keinen Fall in fremden Händen wissen wollt, dann ist die Investition mit Sicherheit sinnvoll.
Windows Vista User können auch das darin kostenlos enthaltene Bitlocker verwenden, welches ebenfalls mit AES-256 arbeitet, aber ein paar kleinere Nachteile aufweist. Für die meisten Anwender wird es aber sicherlich schon ausreichen. Hierbei kann ich zwar nichts zur Performance schreiben, aber ich denke die wird sich nicht dramatisch von der von PGP WDE unterscheiden. Eine weitere kostenlose Lösung für Windows-User ist das beliebte TrueCrypt, welches kaum Wünsche offen lässt.

Berühmt oder berüchtigt?

Einer meiner Lieblingsmusiker ist seit ein paar Jahren Amon Tobin, der mich immer wieder mit seinen jazzigen Elektro-Klängen zu begeistern vermag. Aufmerksam wurde ich auf seine Werke, nachdem er den Soundtrack zum Videospiel Splinter Cell – Chaos Theory schuf, der noch immer zu meinen Lieblingsalben gehört. Es begann damit, das ich nach dem spielen der Multiplayer-Beta dieses Spiels dessen Soundtrack bei iTunes kaufte – Und schon wenig später sämtliche anderen Alben, die er bisher veröffentlicht hatte. Die Lieder gehen einfach unter die Haut und vermitteln Stimmungen und Atmosphäre, ähnlich wie ein anderes von mir liebgewonnenes Musikgenre – Soundtracks. Im Gegensatz zu diesem sind die Lieder aber meist anspruchsvoller. Man sollte sich schon ein wenig Zeit nehmen und die Musik in Ruhe genießen – Dies ist kein Pop den man nebenher dudeln lassen kann. Gerade am Anfang erfordern seine Songs die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers, um ihre Wirkung zu entfalten. Auch die Wahl der Instrumentierung ist sicherlich nicht jedermanns Sache: Bei seinem letzten Album, Foley Room, bildeten beispielsweise unter Anderem startende Motoren, tropfende Wasserhähne oder brüllende Löwen neben den Streichern des Kronos Quartet den Klangteppich. Doch lässt man sich darauf ein, werden schon nach kurzer Zeit die einzelnen Geräusche irrelevant und man beginnt das Werk in seiner Gesamtheit wahrzunehmen.

Jetzt, vier Jahre nach Chaos Theory, hat Amon Tobin (in Zusammenarbeit mit dem Filmkomponisten James Dooley) endlich erneut einen Videospiel Soundtrack geschaffen:

Amon Tobin & James Dooley - inFamous
Amon Tobin & James Dooley - inFamous

Bei inFamous handelt es sich kurz gesagt um Sonys Antwort auf Crackdown, welches auf der Xbox360 zu deren Anfangszeit für Furore sorgte. Ironischerweise gehörten auch hier einige ältere Songs von Amon Tobin zum lizensierten Soundtrack. Doch zurück zu inFamous:

Bereits beim ersten durchhören des Soundtracks fällt auf, dass sich die Songs grob in zwei Kategorien aufteilen lassen: Jene an denen Tobin mitgewirkt hat – Und klassische Soundtrack-Stücke. Letztere sind zwar durchweg gelungen, etwas besonderes wird das Album aber erst durch die Tracks des Elektro-Künstlers bzw. den Kollaborationen der Beiden, weswegen ich mich im folgenden auch darauf beschränke:

Das Album beginnt flott mit Rabble Rouser, einem Stück von Amon Tobin das primär durch seinen treibenden Beat besticht, bei dem man sich direkt an die alten Chaos Theory-Zeiten erinnert fühlt. Kein schlechter Einstieg :). Weiter geht es mit Stampton Bridge, welches eher mit mysteriösen Klängen daherkommt und gepaart mit seinen ambient Sounds erfolgreich Spannung aufzubauen vermag. Beim dritten Song, Meet the Reapers, sind erstmals die Früchte der Zusammenarbeit zwischen dem Elektrojazzer und dem Komponisten zu hören. Klassische Soundtrack-Abschnitte verschmelzen mit Tobins Effektspielereien zu einem meiner Lieblingsstücke dieses Albums. Auch Alden Strikes ist ein Track von Beiden, wobei diesmal die Arbeit von letzterem deutlich dominanter wirkt. Auch hier lassen sich einige Parallelen zu Chaos Theory heraushören, gerade die Bläser wirken ungemein vertraut. Die Zusammenarbeit funktioniert erneut: Auch dieses Lied ist Klasse! The Courier ist, wie die folgenden drei Songs, wieder allein Tobins Werk. Nach Stampton Bride ist dies sein zweites eher ruhiges, atmosphärisches Stück auf diesem Album. Für mich etwas zu ruhig, aber durchaus passend zu den Hinterherschleich-Missionen des Spiels, in denen es eingesetzt wird. Der Name verrät es schon, mit Hunt for the Ray Sphere geht es langsam aufs Finale zu. Dementsprechend entfaltet sich auch das Lied und ruhige Passagen wechseln sich mit spannungsaufbauenden Stellen ab, jedoch ohne zu einem Höhepunkt zu gelangen. Es folgt Anything for Trish – Ein weiterer sehr gelungener Song, dominiert von Gitarrensounds und einem großartigem Drumpart. Ebenfalls primär durch seinem Drum-Part definiert sich das mysteriöse Stranded, welches aufgrund seiner Instrumentenauswahl auch prima in eine Lost-Folge passen würde. Zuletzt zeigt Genesis erneut, dass sich Elektronic-Jazz und Soundtracks wunderbar in Einklang bringen lassen: Dies ist das Ende, und das hört man auch – dafür sorgen sowohl die klassischen Melodien von James Dooley als auch die Klänge Amon Tobins, welche erneut in perfekter Symbiose für die richtige Stimmung sorgen, sich stets dem Höhepunkt nährend bis zum spektakulären Finale:

[youtube 85m8A7sToZ4]

Ich möchte erneut darauf hinweisen, dass die anderen Songs von Dooley alles andere als schlecht sind, ganz im Gegenteil gefallen mir einige davon sehr gut. Doch wie eingangs erwähnt war Amon Tobin für mich der Kaufgrund des Albums, selbst ohne das Spiel zu kennen (welches ich mir nun ebenfalls zugelegt habe). Und er hat wirklich gute Arbeit geleistet. Als Fan von Chaos Theory gefiel mir natürlich die Ähnlichkeit zu diesem Album besonders, auch wenn inFamous weit weniger anspruchsvoll daherkommt als von Tobin gewohnt.